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Montag, 01.07.2019

Auf Gottes Stimme hören

Wir sitzen im Auto auf der Fahrt nach Hause, als mein Sechsjähriger auf einmal einen Wunsch äußert: „Mama, ich möchte so gerne Gottes Stimme hören, aber ich höre ihn gar nicht!“ Diesen Wunsch habe ich schon mehrfach von ihm gehört und er hat mich zum Nachdenken gebracht. Wie kann ich meinem Sohn beibringen, Gottes Stimme zu erkennen? Als ich ihn abends ins Bett bringe, sprechen wir noch einmal über das Thema. „Weißt du, Gott spricht oft durch die Bibel zu uns. Er erinnert uns in einer bestimmten Situation an Bibelverse, die wir einmal auswendig gelernt haben, und hilft uns damit, uns richtig zu entscheiden und auf seinem Weg zu bleiben.“
Da holt mein Sohn seine Kinderbibel aus dem Regal und sagt: „Dann will ich jetzt nur noch aus meiner Bibel vorgelesen bekommen, solange, bis ich Gott höre. Und wenn ich selbst lesen kann, dann lese ich sie selbst. Ich habe so viele Fragen an Gott, die kein Mensch beantworten kann.“ Ich muss bei seinen Worten innerlich schmunzeln. Es freut mich sehr, dass er einen so großen Hunger nach Gott hat, und es versetzt mich in Staunen, dass er diesen Wunsch so vehement vorbringt. Als ich weiter darüber nachdenke, wird mir klar, dass dies eine der wichtigsten Fähigkeiten im Leben meines Sohnes ist, in der ich ihn trainieren kann. Was Gott über mich denkt, ist wichtiger als alle anderen Meinungen. Und seine Gedanken über mich sind oft konträr zu dem, was ich selbst über mich denke. Gott spricht mir Wert und Würde zu, wenn ich mich selbst wertlos und unwürdig fühle; er versichert mir seine Liebe, wenn ich mich nicht als liebenswert empfinde; er gibt mir Weisung und Rat, wenn ich hilflos vor Entscheidungen stehe. Gottes Stimme zu hören bedeutet, in einer neuen Dimension leben zu können, die weit über das hinausreicht, was ich mit meinem Verstand erfassen kann.
Ich bin überzeugt davon, dass Gott gute Pläne für das Leben meines Sohnes hat. Es wird aber notwendig sein, dass er lernt, auf Gottes Stimme zu hören und sie von seinen eigenen Gedanken zu unterscheiden, damit er diesen Weg erkennen kann. So lesen wir nun jeden Tag in der Kinderbibel und schlagen danach noch die Erwachsenenbibel auf. Mal suchen wir einen Psalm aus, mal die Parallelstelle zu der Geschichte in der Kinderbibel. Wir sprechen darüber, welcher Vers uns besonders angesprochen hat, und wiederholen ihn laut. Ich stelle mir vor, dass wir dabei gute Samen in unsere Herzen säen, die eines Tages aufgehen und Frucht bringen werden. Nämlich dann, wenn wir Gottes Stimme hören, die uns an diese Verse erinnert und wir mit Gehorsam darauf reagieren.

Sarah Mittelstädt

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4 Antworten

  1. Ich finde es sehr erstaunlich, dass ein Kind schon soo nach Gott(es Stimme) dürstet - wunderbar!
    Ich möchte in Zukunft (in einigen Wochen/Monaten/Jahren?) sehr gerne die Fortsetzung lesen - wie wird Gott gesprochen haben? Was wird er gesagt haben?

    Ich wünsche allen einen schönen Sommer, mit vielen Gottesbegegnungen!

  2. Ich schliesse mich Monika Binders Wunsch an. Darüber mehr zu erfahren wäre echt interessant.
    Mögen wir alle gut durch die Hitze kommen
    Liebe Grüsse
    Margret Trojer

  3. So schön, dass Sie das hier Mitteilen, da wurde ein Same gelegt, es ist wirklich so, dass Kinder schon vieles aufnehmen.
    Wir werden so im Vertrauen gestärkt und dürfen uns in allen Situationen gehalten fühlen.
    Gottes Stimme, denke ich, kommt wie gesagt durch das Wort wie gleiche und Ähnliche Lesungen, die sich durch eine Zeit halten.
    Viel Freude im Lesen und erforschen wie auch im vertrauten Miteinander.

  4. In der Kirche meiner Jugend standen an den Wänden Bibelverse, die ich immet wieder gelesen habe. So oft in meinem Leben sind sie mir im richtigen Moment in den Sinn gekommen und haben mich ermutigt oder getröstet.

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