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Montagsgedanken

Was das Licht

bewirkt

Mit zunehmender Frustration betrachte ich die kleine betende Engelsfigur, die neben meiner Bibel auf einem Tischchen steht. Die eine Seite, die der Sonne zugewandt ist, ist sichtbar blasser als die andere. Der Engel verliert aufgrund der Sonnenstrahlen seine eigene Strahlkraft.

Im Grübeln über die Wirkung des Lichts kommt in mir die Frage auf, ob Gottes Licht sich in meinem Leben auch so bleichend auswirkt. Geht es nicht darum, dass Gottes Herrlichkeit sichtbar wird in meinem Leben? Und ich, ich muss zurücktreten in den Schatten, meine Farben verlieren? Meine rebellische Seite bäumt sich auf bei dem Gedanken. Denn allzu oft will mein Ich im Mittelpunkt stehen, will gesehen werden, will besonders sein.

Licht nehme ich positiv wahr. Ein dunkler Winter ist für mich immer sehr herausfordernd, weil er mich emotional stark herunterzieht, mir die Kraft raubt und mich müde macht. Im Frühling dann, wenn die Sonne immer häufiger und intensiver strahlt und die Natur aus dem Winterschlaf weckt, dann blühe ich auf. Das Licht bewirkt in mir wieder Lebensfreude und Kraft. Außerdem ist es bei uns Menschen eher so, dass die Sonne uns mehr Farbe verleiht und wir nach einem Urlaub oft frischer und farbintensiver aussehen. Ein blasser Mensch jedoch wirkt häufig krank und kraftlos.

Ich übertrage auch diesen Gedanken auf das Licht Gottes. Sein Licht schenkt mir Freude am Leben. All die wunderbaren Verheißungen, in denen er mir zuspricht, dass ich geliebt bin (Johannes 3,16), wunderbar gemacht (Psalm 139,14) und wertvoll (Jesaja 43,4) in Gottes Augen, geben meinem Leben Sinn und Halt. Wenn ich mich geborgen und geliebt weiß, dann wird das zu einer Strahlkraft, die auch nach außen sichtbar wird.

Ein anderer Aspekt des Lichtes ist, dass es Schmutz offenbart. Meist wird mir erst bewusst, wie schmutzig die Fenster sind, wenn die Sonne den Dreck erbarmungslos zeigt. Doch auch da ist der Sonnenschein für mich eher ein Motivator, zu Putztuch und Eimer zu greifen und dem Schmutz zu Leibe zu rücken. Danach ist die Genugtuung umso größer, durch gereinigte Scheiben nach draußen zu blicken. Ja, das Licht des Wortes Gottes bewirkt auch das in meinem Herzen: die Erkenntnis der eigenen Schuld. Doch muss mich das nicht lähmen oder entmutigen, denn Gott bietet an, den Schmutz höchstpersönlich abzuwaschen (Jesaja 1,18). Durch den Tod Jesu ist mir vergeben, sein Blut wäscht mich rein von meiner Schuld. Ich bin geliebt und angenommen trotz meiner Unvollkommenheit. Das gibt mir wieder Strahlkraft. Und ich hoffe, durch mein Strahlen zeigt sich Gott wiederum anderen Menschen und weckt in ihnen den Wunsch, ebenfalls aus dem Schatten zu treten und von Gott mit Licht erfüllt zu werden.

Ja, Licht raubt den Dingen ihren Glanz. Aber genau das ist es – es raubt nur den Dingen ihren Glanz, uns aber schenkt es Strahlkraft. All die Dinge, die uns oft so wichtig erscheinen, verlieren ihre Bedeutung, wenn wir uns auf Jesus fokussieren und sein Licht in unserem Leben zur Strahlkraft wird.

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