Es ist wieder so weit: Mein Geburtstag nähert sich. Ich checke die Lage. „Wie geht es mir?“ In den letzten Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich gesundheitliche Widrigkeiten um den Termin meines Geburtstages häuften, sodass Feiern nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich war.
Diesmal habe ich mir im Geburtstagsmonat durch ein Missgeschick mit einem Wattestäbchen den Gehörgang im Ohr verletzt. Da ich auch nach längerer Zeit noch Schmerzen verspüre, gehe ich noch einmal zur Hausärztin. Ich bekomme Antibiotikatropfen. Seit einigen Tagen nehme ich sie. Der Geburtstag rückt näher. Zwei Tage vorher spricht mich Gott durch den Bibelvers an „Du aber sei nüchtern in allem, ertrage Leid, tu das Werk eines Evangelisten, vollbringe deinen Dienst.“ (2. Timotheus 4, Vers 5).
Dieser Vers fordert mich heraus, ermutigt mich und verwundert mich. Was hat er zu bedeuten? Letztlich sehe ich ihn als Ermutigung, an dem Plan festzuhalten, mit meinem Enkel, meinem Patenkind, meiner Freundin, ihrem Enkel und einer weiteren Freundin, meinen Geburtstag zu feiern. Ich möchte eine wahre Wundergeschichte aus Thailand mit Bildern erzählen. So oft bin ich durch den Bibelvers „Lasst die Kinder zu mir kommen. Hindert sie nicht daran“ von Gott angesprochen worden, dass ich einen kleinen Beitrag an meinem Geburtstag dazu leisten möchte. Es ist alles vorbereitet.
Dann, am Geburtstagsmorgen wache ich um vor 6 Uhr morgens mit einem starken Brennen im verletzten Ohr auf! Vor Angst bekomme ich schweißnasse Füße. Aufgeschreckt überlege ich, dass ich nun zum HNO-Arzt gehen müsste. Das Problem: Er hat nur am Nachmittag – während meiner geplanten Geburtstagfeier – offen.
Während ich noch überlege, was ich tun soll, fällt mir die Überschrift der Andacht ein, die ich heute Morgen gelesen hatte: „Bleibe standhaft!“. Dieser Satz ermutigt mich. Ich bitte einige Gratulanten per Whatsapp, für mich zu beten.
Als ich kurz aus dem Haus gehe, treffe ich eine Person aus meiner Familie und erhalte eine Nachricht, die mich sehr niederdrückt. Mit sorgenvollen Gedanken mache ich mich auf den Nachhauseweg. „Bald kommen die Kinder. Wie kann ich ihnen jetzt noch mit Freude begegnen?“, denke ich mir. Doch dann kommen mir abermals die beiden Worte der Andacht in den Sinn: „Bleibe standhaft“.
Bevor ich in meine Wohnung zurückgehe, öffne ich den Briefkasten und entdecke die Nebenkostenabrechnung des Vermieters. 400€ Nachzahlung – schlimmer kann der Tag eigentlich nicht mehr werden.
Ich rufe jemanden an, doch weder Worte noch Gebet können die Schwere nehmen, die sich in mir ausgebreitet hat. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mich an die Aufforderung der morgendlichen Andacht zu halten: „Bleibe standhaft“. Ich beschließe, trotz Schmerzen im Ohr und schweren Nachrichten, meinen Geburtstag zu feiern.
Die Gäste kommen und es tut mir gut, die Kinder mit ihren kleinen Instrumenten zu sehen, wie sie fröhlich in die Lieder einstimmen, die eine Freundin zum Anlass meines Geburtstages singt. Ich atme auf und kann mich an der Feier freuen. Trotz aller Herausforderungen und Hindernisse wird es ein ereignisreicher und gesegneter Geburtstag. Erleichtert und verwundert stelle ich fest, dass es auch meinem Ohr wieder besser geht.
Ja – es war richtig, meinen Geburtstag zu feiern! Und wenn wieder Unwegsamkeiten mein Leben kreuzen, erinnere ich mich hoffentlich an diesen besonderen Tag und bleibe standhaft.