Unsere Tochter spielt zurzeit gerne Prinzessin. Sie verkleidet sich und erwartet, dass wir sie dann bewundern. Ganz verträumt dreht sie sich mit dem Kleid vor dem Spiegel. „Ich bin eine Prinzessin“, sagt sie dann und schreitet durch ihr Schloss, unsere schöne Wohnung.
Manchmal fragt sie mich: „Mama bin ich eine Prinzessin?“ Und mit meinem „Ja“ legt sich ein Strahlen auf ihr hübsches Gesicht.
Ihr Bruder hat allerdings herausgefunden, dass er sie ärgern kann, indem er sagt: „Du bist gar keine Prinzessin. Du hast keine Krone, kein Schloss und unsere Eltern sind ja keine Könige.“ Von der Ferne höre ich dann ihr Schluchzen. Tief getroffen und traurig mit kullerndem Krokodiltränen kommt unsere Tochter zu mir.
„Bin ich eine Prinzessin, Mama?“ Und ich wiederhole mein „Ja, Liebes, das bist du. Du bist meine Prinzessin!“
Wir sind Kinder Gottes und damit seine Töchter und Söhne! Er hat uns frei gemacht, neu gekleidet und in sein Schloss geholt. Wir sind sein.
Sehr oft ertappe ich mich dabei, dass ich mir meines Status nicht bewusst bin. Ich lasse mir einreden, keine Tochter Gottes zu sein und beginne, mich um mich selbst zu drehen. Mein Verhalten ähnelt dann eher dem einer Dienerin. Gedrückt und scheinbar ungesehen lebe ich meinen Alltag.
Wie anders könnte ich durch den Tag laufen, wenn ich als Prinzessin unterwegs wäre? Ich bin die Tochter des Allerhöchsten und das gibt mir meinen Wert.
Wir dürfen den Stimmen widersprechen, die uns klein machen, uns unsere Kindschaft des Königs absprechen und uns immer wieder von Gott zusprechen lassen: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jes 43,1)

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