Es ist Montagvormittag. Plötzlich blitzt und kracht es. So ein gewaltiges Gewitter habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Später höre ich, dass der Blitz in unserem Dorf an mehreren Stellen eingeschlagen hat.
Nach einer Weile merke ich, dass dieses Gewitter auch bei uns seine Spuren hinterlassen hat: Das Telefon funktioniert nicht mehr, genauso wenig das Internet und der Fernseher. Da auch mein Handy keinen Empfang hat, kehrt unverhofft ganz viel Ruhe bei mir ein.
Die letzten Monate waren eher unruhig gewesen. Unsere erwachsene Tochter war für 10 Monate auf einmal wieder ins „Hotel Mama“ eingezogen. Ein Baby wurde geboren, der Vater kam mehrere Wochen dazu. Ein kenianischer Gemeindepraktikant war bei uns untergebracht … ich könnte noch weitere Ereignisse aufzählen. So schön diese Situationen waren, hatte ich mich doch öfter nach Ruhe gesehnt. Jetzt ist sie da.
Die Tochter hat mit ihrer Familie wieder ein eigenes Zuhause gefunden. Der Gemeindepraktikant hat seinen Dienst beendet. Weiterer Besuch ist im Moment nicht in Sicht. Mein Mann ist für ein paar Tage beruflich unterwegs.
Unverhoffte Ruhe
Ganz allein bin ich in unserem großen Haus. Und nun dieses Gewitter, das mir plötzlich viel mehr Ruhe schenkt, als ich eigentlich will. Auf einmal gibt es keine Beschäftigung mit Instagram oder Facebook mehr, kein langes Telefonat mit der Freundin oder Schwester, keine Predigten oder Podcasts während der Hausarbeit, kein Recherchieren im Internet. All das und noch viel mehr geht ja auf einmal nicht mehr.
Es dauert eine Weile, bis ich mich an diese Situation gewöhne und sie sogar genießen kann. Aber dann entscheide ich mich, dazu, diese ruhige Zeit zu nutzen, um meine „Antenne“ ganz bewusst auf Gott auszurichten. Für den Kontakt zu ihm brauche ich glücklicherweise keinerlei Technik. Er ist nur ein Gebet weit entfernt. Immer und überall erreichbar. Und er redet mit mir. Ich darf seine Stimme hören. Was für ein Geschenk! Eine große Dankbarkeit und Freude über die einfache und wunderbare Kommunikation mit meinem himmlischen Vater kehrt in mein Herz ein.
Ein Liedvers von Carsten Groß kommt mir dazu in den Sinn: „Rede du mein Vater heute zu mir. Worte der Wahrheit kommen von dir. Rede du mein Vater, heute zu mir. Du willst mich beschenken, Herr hab Dank dafür!“ Das ist mein Gebet heute. Und hoffentlich auch dann, wenn die Geräte wieder funktionieren werden.
3 Kommentare
Guten morgen!
Dieser Liedvers tut mir grad zum Montagmorgen-Beginn sehr gut!!
Liebe Grüße! Yvonne 😊
... DANKE!
Welch ein Geschenk, das Gewitter. Wenn dann plötzlich gar nichts mehr geht, weder Fernseher noch Internet. Ich habe dies lieben gelernt, weil ich mich dann anderen Dingen widmen kann. Sei es kreativ zu werden, Gitarre zu spielen oder einfach nur diese Ruhe zu haben, die mich dann näher zu Gott bringt.