Zwanzig Jahre „Lydia die christliche Zeitschrift für die Frau“. Das ist ein Grund zum Feiern! Aber wie? Wen sollten wir einladen? Der Leserkreis erstreckt sich mittlerweile über rund hundert Länder.
Dabei hat alles ganz klein angefangen. Damals habe ich mit dem Leben gerungen. Eine Fehlbehandlung löste starke Schmerzen aus, und eine hoffnungslose Dunkelheit wollte nach mir greifen. Ich versuchte zu lernen, mit den Schmerzen zu leben und trotzdem auf Heilung zu hoffen bis heute. Dabei entdeckte ich das gedruckte Wort als Quelle der Kraft: Erstens die Bibel, die ich mit neuen Augen las. Dann die Lebensberichte anderer Frauen, die schwierige Lebensphasen überstanden hatten. Diesen Trost wollte ich weitergeben, in Herzen Hoffnung entzünden und Menschen ermutigen: „Gemeinsam und mit Gott schaffen wir das!“
Lydia sollte Frauen in den „ganz normalen“ Kämpfen des Alltags begleiten und in jeder Lebenslage im Glauben stärken: Junge Mütter, die sich nach einer Verschnaufpause sehnen; berufstätige Frauen, die von den ständigen Anforderungen des Lebens überrollt werden; Singles, die sich ein erfülltes Leben wünschen; Frauen mittleren Alters, die ihre Identität überdenken; und Senioren, die den Sinn des Lebens und ihre Rolle darin neu definieren möchten.
Auf der Suche nach einem Namen für die Zeitschrift entstand eine lange Liste. Die Entscheidung fiel trotzdem leicht: Lydia, die Purpur-Händlerin aus Apostelgeschichte 16, war die erste Christin in Europa. Ihre Lebenswerte passten genau zu unserem Konzept: ein offenes Herz für das Evangelium, ein offenes Heim für Menschen in Not und eine offene Hand, um die gute Nachricht weiterzugeben.
Wie sieht unsere theologische Ausrichtung aus? So wie Lydia gern Menschen in ihrem Haus aufnahm, so möchte auch unsere Zeitschrift alle willkommen heißen, die dem Leben auf der Spur sind. Deshalb haben wir uns entschieden, uns auf die Lausanner Erklärung, ein weit verbreitetes, akzeptiertes christliches Glaubensbekenntnis zu stützen.
Über die Hälfte der Lydia-Leserinnen gehören den Landeskirchen an. Andere kommen aus verschiedenen Freikirchen mit einem breiten Spektrum an theologischen Schwerpunkten. Deshalb konzentrieren wir uns auf zentrale Themen, die Christen einen, und verzichten auf solche, die uns einander entfremden. Entscheidend ist für uns, am Evangelium festzuhalten.
Wer gibt Lydia heraus? Vor zwanzig Jahren suchte ich nach einem Verlag ohne Erfolg. Immer hörte ich die gleiche Antwort: In Deutschland gibt es keinen Markt für christliche Frauenzeitschriften! Ich wollte bereits aufgeben. Doch mein Mann Ditmar glaubte an meine Vision. Gemeinsam gründeten wir den Lydia-Verlag, ein unabhängiges Verlagshaus obwohl wir nicht mehr Geld in der Kasse hatten als 1000 DM, die ich langsam von meinem Haushaltsgeld gespart hatte.
Wer also trägt die Zeitschrift? Sie, liebe Leserinnen und Leser. Denn Sie sind es, die die Zeitschrift abonnieren und den Kreis der Leserinnen erweitern, indem Sie Lydia an Freunde, Verwandte und Kollegen weitergeben oder für die Zeitschrift beten.
Danke, dass Sie Lydia Vertrauen schenken! Es ist ein Segen für uns, gemeinsam mit Ihnen in großen und in kleinen Dingen Glaubensmut und Tatkraft zu entwickeln, zum Beispiel, indem wir christliche Frauenzeitschriften in Osteuropa unterstützen. Die Lydia-Stiftung steht vielen osteuropäischen „Schwesternzeitschriften“ mit Rat und Tat zur Seite und hat mehreren Starthilfe gegeben.
Und woher kommen die Artikel? Die Antwort lautet wieder: Von Ihnen! Zum größten Teil schicken Sie, liebe Leser, uns gute Artikel und vertrauen uns Ihre Lebensgeschichten an. Tausend Dank!
Ein Dankeschön geht auch all die Mitarbeiter aus verschiedenen christlichen Gruppen, die Ihre Talente und Kraft eingebracht haben!
Unser größter Dank gehört jedoch unserem Vater im Himmel. Ihm gebührt die Ehre, den Leserinnen der Dank, und ich fühle mich privilegiert, dass er uns das Vorrecht anvertraut hat, diesen Auftrag auszuführen. Mein tägliches Gebet ist, dass wir weiterhin seine und Ihre Herzenswünsche erfüllen.
Ihre Elisabeth Mittelstädt
Redaktionsleiterin