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Montag, 18.07.2022

Wer bin ich,

wenn mich einer sieht?

Welchen Sinn hat mein Leben? Die Sinnfrage kommt häufig in Krisen hervor, bei Verlusten, die wesentliche Dinge rauben und in eine Identitätskrise führen; wenn wichtige Dinge plötzlich fehlen, die dem Leben einen gewissen Halt gegeben haben. Was nun, wenn eines dieser haltgebenden Elemente fehlt, oder zwei oder mehr? Da auch ich in vielen Bereichen Unsicherheit erlebt habe, habe ich mich gefragt: „Wer bin ich?“

Wer bin ich, wenn mich keiner sieht?

Wer bin ich, wenn mich scheinbar niemand liebt?

Wer bin ich, wenn ich nur noch Hände zum Nehmen habe?

Wer bin ich, ganz ohne eine Gegengabe?

Wer bin ich, wenn ich nichts mehr leisten kann?

Wer bin ich, ganz am Ende, ganz zum Schluss?

Was bleibt mir dann?

Du, Herr, bleibst allein.

Nichts anderes.

Deshalb sollst du jetzt schon alles für mich sein.

Wer bin ich, wenn ich zu dir gehöre und du zu mir gehörst?

Meine Hände sind überreich mit himmlischen Segensgaben!

Wer bin ich, wenn dein Blick mich sieht?

Ich bin dein alles, wertvoll und geliebt.

Wer bin ich an deiner Vaterhand?

Unterwegs und zugleich zu Hause,

in meinem Vaterland.

Die Antwort, die ich für mich fand, ist einfach: Der Sinn des Lebens besteht darin zu leben. Jetzt zu leben, mit allen Sinnen zu leben. Einfach zu sein, wie ich gerade bin – und genau darin mich geliebt zu wissen. Ich kann nichts geben, machen, tun. Aber das brauche ich auch nicht. Ich darf sein! Gottes Kind darf ich sein – und das möchte ich.

In diesem Wissen kann ich geborgen, getragen und getrost mein Leben leben. Und eines ist sicher: Es ist ein von Gott zutiefst geliebtes Leben. Weil ich sein Kind bin und er mich ins (Da)Sein rief und immer wieder ruft.

Nur in der Gegenwart ist die direkte Begegnung mit ihm möglich. Nur in diesem Moment. Tausende Momente, die sich aneinanderreihen, laden uns immer wieder zum „Sein“ ein: Kind sein. Dienerin sein. Getrost sein. Hoffnungsvoll sein. Gesegnet sein.

"Danke" an die Autorin

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8 Antworten

  1. Danke für die mutmachenden Gedanken, auch wenn sie "eigentlich" für mich als gläubige Christin klar sein sollten....
    LG, Beate

  2. Liebe Antje, vielen herzlichen Dank für diesen/deinen Text! Er bewegt... Danke für deinen Mut, dies an - und auszusprechen. Solche Worte kann wohl nur jemand schreiben, der ganz unten in der Tiefe war...und verstehen vielleicht auch...Gott führt uns immer wieder aus der Enge in die Weite- das durfte ich persönlich schon so oft erleben. Sei gesegnet! Jrene Bircher

  3. Liebe Antje,
    sehr mumtachenden und inspiriende Gedanken....;-)
    Herzensmotivation....DANKE! Werde ich was draus machen;-) in einer Gruppe! 😉

  4. Liebe Antje,
    deine Worte und Gedanken kamen zu mir durch dich wie vom Vater selbst und sie sind mir unheimlich wertvoll!!! Darauf kommt es in Zukunft für mich an. Ich will mein Leben so jetzt anders leben. Danke vielmals, dass du sein Sprachrohr warst/bist!

    Irmgard

  5. Ich danke für die aufbauenden und lebensspendenden Impulse.
    Nach schweren Depressionen durfte
    ich wieder in ein erfülltes Leben zurück kehren. Gott sei Lob und Dank!

  6. Danke, der Text hat mich sehr angesprochen. Ja, ob in den dunklen Phasen unseres Lebens und auch im überreich Gesegnetsein immer wieder Gottes, "Ich bin", für mich zu entdecken. Zu glauben wenn Gott sagt :" Du bist genug!" Lg Dorothee

  7. Da fällt mir der Bibelvers ein:

    „Du bist ein Gott, der mich sieht“
    1.Mose 16,13

    Dein Text hat mein (durstiges) Herz berührt -
    es fühlt sich an wie ein großes frisches Glas Wasser, das Du mir gereicht hast- Danke !

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