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Sehnsucht nach GeborgenheitInterview mit Bianca App

Bianca App ist durch zahlreiche Auftritte in Radio und Fernsehen als Leadsängerin der volkstümlichen Musikgruppe „Die Schäfer“ bekannt geworden. Mit LYDIA sprach die 36-Jährige über die Sehnsucht nach Geborgenheit, Momente der Einsamkeit als Single und wie eine Einladung von ihrem Physiotherapeuten ihr Leben von Grund auf verändert hat.

Bianca, Volksmusik verbinden viele mit Geborgenheit und einer heilen Welt. Warum?

Volksmusik ist im musikalischen Klangbild sehr harmonisch und dadurch eingängig. Sie verbindet Menschen ganz leicht im gemeinsamen Hören, Singen und Musizieren. Volksmusik und volkstümliche Musik zeichnen sich durch die Nähe zum Publikum aus. Inhaltlich geht es um Themen wie Glückseligkeit, Romantik und Heimatverbundenheit. Somit werden die Sehnsüchte und Wünsche vieler Menschen ausgedrückt.
Es ist wie mit Heimatfilmen. Ich habe es in meiner Kindheit sehr genossen, mit meiner Familie Heimatfilme zu sehen. Das waren Bilder, die eine Vertrautheit und eine Idylle ausgestrahlt haben – und entsprechend die Musik in diesen Filmen. Ich habe mich in diese friedvolle Welt hineingeträumt, in diese heimelige Geborgenheitsatmosphäre. Ein Aspekt von Volksmusik und Heimatfilmen ist, dass sie uns vor Augen malen, wonach wir uns sehnen, und uns ablenken von dem, was uns bedrückt. Wenn ich abtauchen kann in heile, schöne Bilder und unbeschwerte Geschichten, dann entsteht für mich Geborgenheit. Das erleben viele Menschen in der Volksmusik.


Wo haben Sie in Ihrem Leben nach Geborgenheit gesucht?

Als junges Mädchen waren mir Anerkennung und Annahme von außen sehr wichtig. Ich habe meine Daseinsberechtigung daraus bezogen, ob man mich mag und toll findet. Als Kind ringt man um die Aufmerksamkeit der Eltern, dann die der Klassenkameraden und anderer Menschen. Später habe ich meinen Selbstwert daran festgemacht, wie mich Menschen allgemein, aber eben auch Männer sehen. Ich habe stets nach Aufmerksamkeit gesucht, und das hat mich definiert. Das hat dazu geführt, dass ich mich immer gefragt habe: Was erwartet man von mir? Was erwarten Männer? Wie muss eine Frau sein, damit man sie toll findet? (…)


Wie haben Sie es geschafft, dieses Muster zu durchbrechen?

Der Wendepunkt kam, als ich 26 Jahre alt war. Ich war völlig verzweifelt und dachte: Das gibt´s doch nicht, da strengst du dich an, um von einem Menschen oder auch einem Mann geliebt zu werden, und dann, wenn es so weit ist, möchtest du am liebsten wieder ausbrechen! Dazu kam, dass ich körperlich krank wurde und Schmerzen hatte. Alles hat sich schwer angefühlt. Ich war ziellos, orientierungslos. Ich wusste gar nicht, wer ich wirklich bin. Wer lebt eigentlich mein Leben?
Am Heiligabend ging ich mit meinem damaligen Partner zu einer Christmette, die an unserem Ort traditionellerweise im Freien auf einem Friedhof stattfindet. In mir war so ein Kampf, dass ich einfach davongelaufen bin! Ich bin durch diesen Friedhof geirrt, es war dunkel, und ich war sehr aufgewühlt. Ich wusste nicht, wohin. Am selben Abend bin ich in eine Nachtmesse gegangen. Als Kind habe ich immer dann, wenn ich nicht mehr weiterwusste, zu Gott geschrien. Diese Haltung kam da wieder durch. In dieser Kirche zu sein gab mir ein Gefühl von Geborgenheit. Ich habe gespürt: Ich möchte wieder mit Gott in Beziehung kommen. Ich möchte diesen Gott finden! (…)

Delia Holtus
Der Text ist ein Auszug aus dem Interview in LYDIA 3/2016.
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