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Mein Ehe-ExperimentWie ich lernte, meinen Mann und seine Worte zu achten

Unterordnung. Dieses Wort hat für viele einen negativen Beigeschmack und wirft manche Fragen auf. Was bedeutet das? Wie hat sich Gott die Ehe gedacht? Sängerin Sefora Nelson geht der Sache auf die Spur …

Wahrscheinlich werde ich dieses dumpfe Geräusch nie vergessen. Mitten in der Nacht fiel unser neugeborenes Baby aus dem Bett. Erschrocken hob ich es auf. Ihm war nichts passiert und in meinen Armen schlief es sofort wieder ein. Ich dagegen war hellwach. Ich fühlte mich schuldig. Wie oft hatte mein Mann zu mir gesagt: „Leg das Baby auf die andere Seite! Es könnte herunterfallen!“ Unmöglich!, hatte ich gedacht und seine Worte ignoriert. Diese Nacht veränderte mich und stellte mich vor eine entscheidende Frage: Achte ich meinen Mann wirklich?

Wie kann ich meinen Mann respektieren?

Während ich im Dunkeln an seine unzähligen Warnungen dachte, hallten seine Worte in mir nach: „Sefora, es ist eigentlich völlig egal, was ich sage. Du machst ohnehin genau das, was du willst.“ Mir fiel das Gebet ein, das ich wenige Tage nach der Geburt unseres Kindes in mein Tagebuch geschrieben hatte: „Herr, zeig mir, wie ich meinen Mann respektieren kann! Zeig mir, wie meine Liebe wirklich bei ihm ankommt!“
In dieser Nacht machte es klick. Die Antwort kam klar und deutlich: „Wenn du die Worte deines Mannes wie Wind behandelst, wird er eins ganz sicher nicht spüren, und das ist Respekt!“
Am Morgen nach meinem nächtlichen Schlüsselerlebnis bat ich meinen Mann um Vergebung dafür, dass ich seine Worte ignoriert hatte. Dann gab ich mir selbst eine Hausaufgabe: Ich wollte in Zukunft genau hinhören, was er sagte, und es dann einfach tun. Ich wollte ihn leiten lassen.
Ich erzählte meinem Mann nichts von meinem Plan. Aber ich betete, dass Gott ihm Weisheit geben würde, uns als Familie zu leiten. Ich nahm mir auch vor, ihn zu ermutigen, uns voranzugehen. Außerdem wollte ich ihm erlauben, Fehler zu machen. Irgendwie wusste ich ganz tief in mir: Wenn ich ihn auf diese Art respektiere, wird es uns zum Segen werden.

Altmodisch oder zeitlos gültig?

In den folgenden Tagen, während mein Baby nun friedlich auf der anderen Seite des Ehebettes schlief, suchte ich in der Bibel eifrig alle Stellen, die die Beziehung zwischen Mann und Frau in der Ehe erläuterten. Oft hatte ich gehört: „Wir Frauen können Dinge mindestens genauso gut wie Männer, wenn nicht besser!“ Dann kommen einige zu dem Schluss, dass Partner anstelle der Unterordnung (die ja einen so altmodischen, gar frauenfeindlichen Beigeschmack hat) lieber die moderne Variante wählen sollten: „Wir teilen uns die Führung auf. In manchen Gebieten führe ich, in anderen du. Wenn es Konflikte gibt, diskutieren wir so lange, bis einer nachgibt.“ Doch ich fragte mich: Kann ich meine Hoffnung ganz auf Gott setzen, manches loslassen und ihm übergeben?
Eine aufschlussreiche Bibelstelle fand ich in Epheser 5: „Ordnet euch einander unter; so ehrt ihr Christus“ (Vers 21). Danach fordert der Apostel Paulus die Männer auf, ihre Frauen genauso zu führen und zu lieben, wie Christus die Gemeinde führt und liebt. Was für eine gewaltige Aufgabe! Christus hat sein Leben für die Gemeinde niedergelegt. Auf die gleiche Weise soll mein Mann mich lieben! Während Paulus ausführlich erläutert, wie genau die Männer sich um ihre Frau kümmern sollen, fordert er die Frauen nur auf, ihren Mann zu achten: „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, so wie ihr euch dem Herrn unterordnet“ (Epheser 5,22).

Das Experiment

Hochmotiviert setzte ich in die Tat um, was ich mir nach jener Nacht vorgenommen hatte: Ich achtete aufmerksam auf die Worte meines Mannes und nahm sie ernst. Das Ergebnis erstaunte mich! Ich beobachtete, wie mein Mann aktiver wurde, mehr sprach und öfter die Initiative ergriff. Er hatte Ideen für uns als Familie und teilte sie mir begeistert mit.
Von einer großen Idee erzählte er mir bereits nach wenigen Tagen: Nach der Geburt unseres zweiten Kindes hatte ich relativ schnell wieder Konzerte gegeben, Seminare gehalten und Gesangsunterricht erteilt. Mein Mann hatte über meine zahlreichen Aktivitäten nachgedacht. Dann machte er mir am Frühstückstisch einen Vorschlag: „Mach ein Jahr lang Pause mit dem Gesangsunterricht. Nimm dir dafür morgens Zeit, Lieder für dein neues Album zu schreiben, deine Konzerte und Touren zu buchen, deine Seminare auszubauen und deine Kinder zu genießen! Ich helfe dir dabei.“
Wow! Im Ernst? Im Ernst! Es fiel mir nicht leicht, all meine geliebten Schüler – etwa 25 – anzuschreiben und ihnen unsere Entscheidung mitzuteilen. Außerdem bedeutete diese Veränderung für uns als Familie einen finanziellen Einschnitt. Aber tief innen fühlte ich mich getragen, beschützt und ... geliebt! Auf einmal sah ich die Liebe meines Mannes zu mir so klar! Es war, als wäre er jetzt endlich in seinem Element, mich – seine Frau – zu lieben und dafür zu sorgen, dass es mir gut ging. Was für ein schönes Gefühl, mich fallen lassen zu dürfen! Das war der Mann, in den ich mich verliebt hatte: der Leiter, der Initiator.

Berauben wir uns selbst?

Kann es sein, dass wir Frauen uns selbst ein Bein stellen? Dass wir uns berauben? Sehen wir es nicht viel zu oft, wie wir „Powerfrauen“ kopfschüttelnd an unseren passiven Männern vorbei alles selbst machen? Wenn ich´s nicht mache, wird´s ja doch nicht gemacht, sagen wir uns (und vielleicht haben wir sogar recht). Jahre später ist der Mann nur noch ein passives Häufchen, das teilnahmslos nickt und „Mach nur“ sagt. Die Frau dagegen ist eine harte, ausgebrannte Seele, die es doch „nur gut“ gemeint hat.
Nein, wir sind nicht für die Entscheidungen unserer Männer verantwortlich, noch ist unser Respekt die Lösung aller Eheprobleme. Doch ich glaube fest, dass der Schlüssel in den Händen der Frauen liegt. Dass unser Respekt ein Kanal für Gottes Wirken in unserer Ehe, Familie und Gesellschaft sein kann. Deshalb will ich an dem tiefen Geheimnis Gottes teilhaben und im Vertrauen auf ihn meinen Teil tun. Ohne Manipulation. Ohne Bedingungen. Allein aus Liebe zu meinem Gott. Ich möchte meiner Tochter und anderen jüngeren Frauen ein Beispiel sein und sie ermutigen, ihre Männer zu lieben und zu achten, indem sie ihre Worte respektieren.

Sefora Nelson ist Sängerin und Song-Schreiberin, Mutter von zwei kleinen Kindern und Botschafterin von Team-F. www.seforanelson.com

Unterordnung – was sagt die Bibel?
Gedanken zu Epheser 5 und 1. Petrus 3

Gerade bei schwierigen Themen ist es wichtig, Gottes Wort aufmerksam zu betrachten. Was bedeuten die Worte? In welchem Zusammenhang werden sie erwähnt? Nur so lassen sich vorschnelle Urteile vermeiden und man erreicht eine Balance zwischen extremen Meinungen. Hier lesen Sie einige Gedanken zu den Themen Ehe, Frausein und Unterordnung.

Gegenseitigkeit

Epheser 5,21 drückt eine Aufforderung aus, die für alle Christen gilt, sich hier aber speziell auf die Ehe bezieht: „Ordnet euch einander unter; so ehrt ihr Christus.“ Wenn sich zwei Menschen „einander“ unterordnen, haben beide immer das Beste für den jeweils anderen im Blick bei allem, was sie denken, fühlen und tun. Die Ehe ist die ideale Beziehung, um diese Gegenseitigkeit zu üben, weil sie Nähe und Intimität ermöglicht. Im gemeinsamen Leben gibt es viele Gelegenheiten, über unsere Gedanken und Gefühle zu sprechen und dabei „Christus zu ehren“ und den anderen höher zu achten als uns selbst (siehe Philipper 2,3). Die Beziehung zu Christus ist dabei entscheidend. Sie steht an erster Stelle, ist unser Fundament und motiviert uns in allen weiteren Beziehungen. Kein Mensch darf an erster Stelle stehen, nur Christus. In ihm können wir Menschen segnen, und zwar unabhängig von ihrem Verhalten. Die „Gegenseitigkeit“ klammert menschliche Fehler und Schwächen nicht aus. Im Gegenteil: Sie geht davon aus, dass wir uns gegenseitig vergeben müssen. Das ist nur durch Christus möglich. Deshalb ist er die dritte Person im Bund.

Unterordnung

Wenn das Wort „Autorität“ in der Gesellschaft fällt, denken viele an das Prinzip der Hierarchie: Einer an der Spitze bestimmt alles, während die anderen ihm folgen – freiwillig oder gezwungenermaßen.
Sehr leicht beziehen wir dieses Prinzip auf Bibelstellen, in denen von „Autorität“ die Rede ist. Doch wenn in der Bibel „Unterordnung“ angesprochen wird, geht es um das Prinzip der freiwilligen Dienstbereitschaft (siehe Matthäus 7,12; 22,39, Markus 8,34 und Galater 5,13). Wenn manche die Worte „unterordnen“ lesen, nehmen sie an, dass es sich um eine zweitrangige oder niedrigere Stellung handelt, während der andere autoritär handelt. Aber das ist nicht die biblische Bedeutung von „unterordnen“ (griechisch: hupotasso) an dieser Stelle. Es geht vielmehr um ein freiwilliges Sich-Hingeben an den anderen. Diese Person kann, muss aber nicht in einer Autoritätsposition über uns stehen.
Sich unterzuordnen bedeutet auch nicht, schwach zu sein und sich unterwürfig zu verhalten. Es ist eine bewusste Handlung, die nicht von äußerlichen Umständen oder Angst bestimmt wird, sondern von innen heraus kommt. Autorität erzwingt die Handlung von außen: „Du musst alles tun, was ich dir sage.“ Unterordnung ist eine innere Entscheidung: „Ich möchte dir dienen.“ Jesus ist das höchste Beispiel von Unterordnung. Er ordnete sich dem Vater freiwillig unter. Dabei war er dem Vater gleich in aller göttlichen Macht und Autorität. Gleichzeitig entschloss er sich, uns Menschen zu dienen, obwohl er alle Autorität über uns hat. Nun trägt er uns auf, seinem Beispiel zu folgen.

Das „schwächere“ Geschlecht

Manchmal wurde der Ausdruck das „schwächere Geschlecht“ (siehe 1. Petrus 3,7) missverstanden und benutzt, um den Wert der Frau anzugreifen. Aber wer Petrus´ Text aufmerksam liest, merkt, dass dies weder seiner Absicht noch seiner Meinung entspricht. In Vers 7 richtet sich Petrus an Ehemänner, die Christen sind, und sagt ihnen: Es gibt keine Rechtfertigung für Missbrauch oder Missachtung. Stattdessen sollen sie ihre Frauen lieben. Das griechische Wort für „schwach“ bezieht sich auf körperliche Schwäche (ähnlich wie bei Kindern, Kranken und älteren Menschen). Es geht nicht um moralische oder geistige Mängel. In diesem Punkt widerspricht Petrus ganz klar dem damaligen Standpunkt der Griechen und Römer, die Frauen in jeder Hinsicht für „schwächer“ als Männer hielten.
Mehr noch, Petrus hebt den Wert der Frau auf dieselbe Ebene wie den des Mannes: Sie sind beide Erben des ewigen Lebens. Außerdem betont er, dass es schwerwiegende Folgen hat, wenn ein Mann seine Frau nicht liebt: Es stört seine Verbindung zu Gott und kann sogar die Erhörung seiner Gebete verhindern. Diese Aussage deutet an, dass Missbrauch – die extremste Form mangelnden Respekts – Hand in Hand mit mangelndem geistlichem Wachstum geht.

Dieser Artikel erschien in LYDIA 3/2012.
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2 Kommentare

 „Danke für diesen ermutigenten und hilfreichen Artikel. Ich kann einiges davon in unsere junge Ehe miteinbauen.  Wir haben zwar noch keine Kinder,aber das Beispiel hat mich berührt. Ich selbst selbst lese sehr gerne die Lydia Zeitschrift und habe ein  Abo. Ich freue mich immer wenn ich sie per Post bekomme. Liebe Grüße  Melanie Geissler

Melanie Geissler

„Ein wunderbarer Artikel, der mich bestärkt in meiner Art, meinem Mann zu begegnen und mich ihm unterzuordnen. Für mich war der Vers in 1. Petrus 3 ein Schlüsselvers. Es lohnt sich wirklich, Gott zu gehorchen. Ich danke Gott von ganzem Herzen für meinen Mann.”

Henriette Scherf
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