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Die Blumen von Bruder Valentin

Woher stammt der Valentinstag, der jedes Jahr am 14. Februar begangen wird? Und warum schenken sich Liebende am Valentinstag gerne Blumen? Ob Bruder Valentin etwas damit zu tun hat? Esther Dymel-Sohl hat die alte Legende nacherzählt.

Das dritte Jahrhundert nach Christus war eine harte Zeit, besonders für Christen wie Bruder Valentin. Bruder Valentin – so nannte man ihn im Flüsterton und hinter vorgehaltener Hand. Er strahlte Ruhe aus, Gelassenheit und hatte eine Stimme, die seinem Gegenüber das Gefühl des Zuhause-Seins vermittelte.
Rom beherrschte den gesamten Mittelmeerraum. Auch die italienische Stadt Terni, die damals Interamna hieß und Valentins Wohnort war, litt unter der Fuchtel der „Soldatenkaiser“. Grausam waren sie und herrschten mit unvorstellbar harter Hand. Sie wollten Macht, Wohlstand und Ehre. Christen wurde verfolgt. Sie galten als Aufrührer; niederträchtige Menschen; Spinner, die das Römische Reich bedrohten, weil sie sich weder dem Kaiser unterwarfen, noch den römischen Göttern dienen wollten.

Blumen für die Seele
Doch Bruder Valentin ließ sich nicht beirren. Er war der Bischof der Stadt und ein gläubiger Mann, der Jesus nachfolgte und nach Gottes Geboten lebte. Er liebte die Menschen und die Blumen, ja er hatte hinter seinem bescheidenen Häuschen einen Garten, den er hegte und pflegte. „Heilkräuter für den Leib und Blumen für die Seele“, hörte man ihn oft mit einem Schmunzeln sagen.

Valentins geheime Mission
Zu ihm kamen die Kranken, wenn sie ein wenig Kamille für einen Umschlag brauchten oder das Gebet suchten. Für jeden hatte er ein gutes Wort, eine liebevolle Geste und einen wertvollen Rat. Über das Verbot, seinen christlichen Glauben auszuleben, setzte er sich einfach hinweg. Ja, er war auch ein Sturkopf, ein liebenswerter Sturkopf.
Damals war es unter Androhung der Todesstrafe verboten, christliche Ehen zu schließen. Doch Bruder Valentin ließ sich nicht verbieten, was er für richtig hielt. Und so vermählte er die Liebespaare und schenkte ihnen Blumen – heimlich.

Beweise mir Gott!
Eines Tages wurde er vor einen Richter zitiert. Kaiser Claudius war zugetragen worden, dass Bischof Valentin gefährlich für das Römische Reich werden könnte. Deshalb sollte der Richter ihn befragen. Dieser wollte einen Beweis, dass es Gott wirklich gibt. So sprach er: „Meine Tochter ist schon lange blind. Wenn du deinen Gott anrufst und er sie sehend macht, dann werde ich dich freisprechen.“

Valentins Kampf um sein Herz
So fastete und betete Bruder Valentin für die junge Frau, und sie gewann ihr Augenlicht wieder. Überglücklich sprach ihn der Richter von aller Schuld frei. Doch etwas hatte sich in Valentins Herzen verändert; etwas, das er nicht für möglich gehalten hatte, das er zwar bei anderen beobachtet, selbst aber noch nie erlebt hatte. Es war Liebe für die junge Frau, die sich in seinem Herzen eingenistet hatte und keimte. Das irritierte ihn, und er schob die Gefühle beiseite. Er hatte keine Zeit für die Liebe. Es gab zu viele Menschen, die seine Hilfe brauchten, zu viele um des Glaubens willen Verfolgte, die ermutigt werden mussten, und zu viele Liebende, die er heimlich vermählen wollte.

In Liebe entbrannt
Deshalb tat er alles, um der aufkeimenden Liebe in seinem Herzen den Nährboden zu entziehen: Er ging der jungen Frau aus dem Weg, blieb sachlich und korrekt, ließ sich auf keine Zweisamkeit ein und vermied jedes persönliche Gespräch, besonders über die wichtigen Dinge des Lebens wie Träume, Wünsche und Sehnsüchte. Doch so sehr er sich auch mit Blumen und Kräutern auskannte, das Pflänzchen der Liebe unterschätzte er. Denn es wuchs und gedieh in seinem Herzen, suchte sich Räume, in denen es Sauerstoff und Nahrung bekam, um dann wieder ein Stückchen größer zu werden.

Verurteilt zum Tode
Der Richter spürte die Gefühle, die Bruder Valentin im Verborgenen für seine Tochter hegte, und schnell verwandelte sich seine anfängliche Zuneigung in Hass. Er begann ihm nachzuspionieren, wollte dunkle Punkte im Leben von Valentin entdecken, um ihn für immer von seiner Tochter fernhalten zu können. Er hatte seine Spitzel überall, die ihm bald von den heimlichen Vermählungen berichteten, die Valentin durchführte.
Und so landete Bruder Valentin im Kerker. Er wurde beschuldigt, Soldaten heimlich getraut und mit Blumen beschenkt zu haben – eine Todsünde, die auch mit dem Tod bestraft werden sollte.

Valentins letzte Zeilen an die Geliebte
Am 14. Februar des Jahres 269 nach Christus wurde Bruder Valentin als Märtyrer hingerichtet. Im Kerker wurde ein Brief gefunden, auf dem gestanden haben soll:

Meine Geliebte!
Ich versuche dich aus meinen Gedanken zu streichen,
denn was ich auch tue, ich kann nicht erreichen,
dass ich dich in meine Arme schließe
und den lieblichen Duft deiner Haut genieße,
dass in Liebe wir wachsend die Zukunft erwarten,
in der wir erblühen wie Rosen im Garten.

Stattdessen will ich dir dein Herz wiedergeben
und dich dabei retten, denn du sollst noch leben.
Ja, ich bleib, wo ich bin
und welke dahin,
weil die Sehnsucht sich sehnt,
ganz leise – verschämt,
und die Liebe so liebt
und sich nicht leicht ergibt …

Meine Liebe lässt sich nicht vertreiben,
ja, sie will ganz nah bei dir bleiben.
Und es ist äußerst verwunderlich,
diese Liebe, sie liebt und verschwindet nicht.
Ich denke immer noch täglich an dich,
ach, nicht täglich, nein stündlich, ja ewiglich.
Und auch wenn ich jetzt still werd´ und sterbe,
bist du die, die ich inniglich liebe.

Für immer,
dein Valentin

Esther Dymel-Sohl hat diesen Text aus verschiedenen Quellen zusammengestellt.

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