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Mut zur FreundschaftInterview mit Regula Schwab-Jaggi

Viele Frauen sehnen sich nach Freundschaften – und merken gleichzeitig, dass es im Auf und Ab des Lebens nicht immer leicht ist, tiefe Beziehungen zu pflegen. Regula Schwab-Jaggi hat schon verschiedene Arten von Freundschaften erlebt. Sie erzählt im Interview, was es heißt, eine Seelenschwester zu finden und zu sein.

Frau Schwab-Jaggi, was ist Ihnen an einer Freundin wichtig?
Dass sie mir signalisiert: „Ich nehme dich an, wie du bist.“ Ich bin nicht nur ein Sonnenschein, ich habe unterschiedliche Seiten. Ein grundsätzlicher Respekt für meinen Lebensentwurf ist mir auch wichtig. Und Interesse an meinen Träumen und Wünschen.
Wir dürfen außerdem nicht in einen Konkurrenzkampf geraten. Neid und Konkurrenzdenken sind etwas, das Freundschaften kaputtmacht. Wenn man sich nicht für die Freundin freuen kann, ihr Erfolge nicht gönnt, wird es schwierig. Deshalb haben wir Frauen teilweise Mühe, Freundschaften zu erhalten. Wir neigen dazu, uns und unsere Lebensentwürfe zu vergleichen und zu schauen, wer besser abschneidet. Und wir meinen manchmal, besser zu wissen, wie die andere ihr Leben gestalten sollte. Das kann Verletzungen und Schwierigkeiten auslösen und verhindern, dass die Freundschaft in die Tiefe wachsen kann. (...)

Sie hatten eine Phase, in der Sie keine Freundinnen hatten. Warum?
Ich hatte eine tolle Kindheit und Jugendzeit mit vielen Freundinnen. Danach kam aber eine Zeit, in der ich Mühe hatte, tiefe Freundschaften zu leben. Ich war eigentlich immer eine Person, die nicht zu viel von sich preisgeben wollte. Zu viel Nähe hat mir Angst gemacht – werde ich genügen? Kommt die Freundin mit der Komplexität meiner Gedanken klar? Darum habe ich Freundschaften abgebrochen, sobald sie zu persönlich wurden. Dadurch habe ich viele Frauen verletzt.

Was haben Sie gemacht, um neue Freundinnen zu finden?
Ich habe Gott darum gebeten, dass er mir wieder eine Freundin schenkt, und ich habe ihm auch gesagt, dass ich mit dieser Freundin nicht so umgehen werde wie mit den Freundinnen vorher. „Wenn du mir wieder jemanden anvertraust, will ich es anders machen“, lautete mein Gebet. Dann musste ich nur noch die Augen offenhalten.
Wenn jemand eine Freundin sucht, würde ich raten, es langsam anzugehen. Wenn man sich dringend eine Freundin wünscht, kann es passieren, dass man zu schnell vorwärtsgeht, was andere manchmal abstößt. Und: Wenn man Freunde finden will, muss man unter die Leute gehen. Niemand wird an der Tür klopfen und fragen „Willst du meine Freundin sein?“ Es erfordert Eigeninitiative.

Haben Sie ein Beispiel, wie eine Freundschaft begonnen hat?
Ich kann erzählen, wie ich meine erste Seelenschwester bekommen habe. Wir waren gemeinsam bei einer Pastorenauszeit, mein Mann ist ja Pastor. Am Schluss sollten wir uns in Zweiergruppen gegenseitig segnen. Als wir zu beten beginnen wollten, sagte meine Partnerin ganz ehrlich, sie wäre so einsam, sie wünsche sich von Herzen eine Freundin, mit der sie sich tiefer austauschen könnte. (…)

Text: Ellen Nieswiodek-Martin
Foto: Sue Bär

Dies ist ein Auszug aus dem Interview in Lydia 4/2021.

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