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Ja, ich darf!Leben mit meinen gottgewollten Bedürfnissen

Auf jede erdenkliche Weise versuchen wir, Zeit zu sparen und uns das Leben zu erleichtern. Warum sind wir trotzdem so gestresst?

In unserem Zuhause steht eine Küchenmaschine, die auch kochen kann und somit wunderbar gesundes Essen zubereitet, ohne dass ich lange in der Küche stehen muss. Die eingesparte Zeit kann ich zum Wäschewaschen oder für andere Hausarbeiten nutzen. Der kabellose Staubsauger hilft, das ganze Haus zu saugen, ohne Zeit mit lästigem Kabel-Umstecken zu vergeuden. Wir haben als Familie zwei Autos, sodass ich jederzeit fahren kann, wohin ich will, und nicht warten muss, bis mir das Auto zur Verfügung steht. Unsere Waschmaschine mit Kurzwaschgang und unser Trockner stehen parat, wenn es schneller gehen muss. Ach ja, und dann wäre da noch der Schnellkochtopf, mit dem ich im Handumdrehen weiche Kartoffeln zubereite, die unsere Tochter so sehr liebt.
Wie dankbar bin ich für all diese Alltagsunterstützer, die mir helfen, so unglaublich viel Zeit zu gewinnen!

Wo ist das Problem?
Aber wieso fühle ich mich trotzdem gestresst, unter Druck und habe teilweise das Gefühl, nie gut genug zu sein? Mit all dieser technischen Unterstützung sollte ich doch eigentlich Zeit für meine Nachbarn, für Muße, Bibellesen und für das Schreiben eines liebevollen Briefes an meine kürzlich erkrankte Oma gewonnen haben! Was mache ich nur falsch?
Immer zum Jahreswechsel bitte ich Gott um ein Wort, das mein nächstes Jahr prägen soll. Mein Wort für das vergangene Jahr war „Selah“. Das bedeutet so viel wie „Pause machen“ und „in Gott auch musikalisch ruhen“. Ich habe gemerkt, wie schwer es mir fällt, diese Ruhe tatsächlich in Anspruch zu nehmen. Sie ist in meiner Lebensphase mit kleinen Kindern nicht einfach da. Ich muss sie mir hart erkämpfen. Dafür ist es wichtig, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Ich kenne viele Menschen, die kontinuierlich über ihre Bedürfnisse hinwegsehen, sie ignorieren oder nicht ernst genug nehmen. Die Anzahl von psychischen und körperlichen Krankheiten steigt. Auch in meinem persönlichen Umfeld betrifft es immer mehr Menschen. Dieser Zustand schockiert mich und macht mich sehr traurig.
Mir war es wichtig, herauszufinden, wie ich mich emotional und körperlich schützen und gesund halten kann, sodass ich nicht nur einen „Lebenssprint“, sondern einen „Lebensmarathon“ laufen kann. Deshalb habe ich mir angeschaut, wie Jesus mit seinen zeitlichen Herausforderungen umgegangen ist.

Von Jesus lernen
Was lehrt uns das Wort Gottes durch das Alte und das Neue Testament zum Thema Ruhezeiten?

  • Gott selbst hat nach seiner Schöpfungsarbeit einen Tag geruht (1. Mose 2,2–3). Er, der alle Kraft und Macht der Welt hat. Wieso gehen wir davon aus, dass wir an allen sieben Tagen in der Woche durchweg Kraft haben?
  • Biblisch gesehen ist der „Sabbat“ ein heiliger Tag der Ruhe (2. Mose 20,8–11). Das Hamsterrad und sämtliche andere Rädchen sollen für einen Tag stillstehen. Welcher Tag ist unser Sabbat-Tag in der Woche?
  • Jesus zog sich zurück, um bei seinem Vater Kraft zu tanken (Markus 1,35–39). Wo schaffen wir uns unsere „Gott-Oasen“ im täglichen Leben?
  • Einmal wies Jesus seine Jünger an, sich auszuruhen, hatte dann aber Erbarmen mit den vielen Menschen und wurde doch aktiv (Markus 6,30–45). Daraufhin geschah ein großartiges Wunder. Was tat er dann aber, nachdem er gedient hatte? Er zog sich zurück und ruhte. Sind wir bereit, eingeplante Ruhepausen von Gott unterbrechen und aufschieben zu lassen? Und sie dann später nachzuholen?

Kleiner Selbst-Check
Wenn wir in der Lage sind, unsere Bedürfnisse zu spüren und zu benennen, sind wir einem gesunden Lebensstil schon einen großen Schritt näher. Die folgenden Bedürfnisse hat jeder Mensch. Wenn wir mehrere der Fragen mit Ja beantworten, ist das ein Warnsignal.

1.    Bedürfnis nach Entspannung
Der Sabbat ist ein göttliches Prinzip. Häufig kennen wir nur noch Anspannung, aber den Gegenpol benötigen wir gleichermaßen.
Bin ich häufig krank?
Fühle ich mich oftmals überarbeitet?
Fühle ich mich dauerhaft gestresst, matt und erschöpft?
Habe ich Mühe, überhaupt noch zur Ruhe zu kommen?
Habe ich Schlafschwierigkeiten?

2.    Bedürfnis nach Genuss
Gottes gute Gaben zu genießen ist ein Nährboden für Freude.
Kann ich mich nicht an den letzten Moment des Genusses erinnern?
Glaube ich, keinen Genuss zu verdienen?
Erlebe ich nur wenige schöne Momente?
Fühlt sich mein Leben trostlos, grau und sinnlos an?
Kommt bei dem Wort „Genuss“ ein schlechtes Gewissen in mir auf?

3.    Bedürfnis nach Nähe
Wir sind für Gemeinschaft geschaffen.
Fühle ich mich oft isoliert und einsam?
Liegt meine letzte Verabredung schon Monate zurück?
Beneide ich Freunde und Paare, die ich auf der Straße beobachte?
Will ich meinen Geburtstag lieber nicht feiern, weil ich vermute, dass sowieso niemand kommen würde?

4.    Bedürfnis nach Unterstützung
Wir sind Brüder und Schwestern in Gottes Familie.
Will ich meistens alles allein schaffen?
Empfinde ich das Anfragen nach Unterstützung als Schwäche?
Habe ich das Gefühl, allein zu sein?

5.    Bedürfnis nach Selbstverwirklichung
Gott hat jedem von uns Gaben und Talente geschenkt, deren Gebrauch uns Erfüllung schenkt.
Habe ich selten Zeit für mich?
Weiß ich nicht mehr, was ich gerne mache?
Habe ich keine Hobbys oder Interessen, denen ich nachgehe?
Bin ich selten ungestört?
Habe ich keine eigenen Projekte, sondern investiere mich meistens in die Projekte von anderen?

Eine gute Balance finden
Falls wir mehrere der vorangegangenen Fragen mit Ja beantworten, ist das ein Warnsignal. Wir leben in einer sehr schnellen Zeit mit endlosen Möglichkeiten. Keine Generation vor uns hatte mit so vielen Einflüssen und Möglichkeiten zu kämpfen. Unsere Kultur ist geprägt von Leistungsdenken. Wenn wir nicht auf uns Acht geben, werden wir an unsere Grenzen kommen und uns überlasten.
Nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit, um über ein Bedürfnis nachzudenken, dem Sie momentan wenig Aufmerksamkeit schenken.
Wir können und sollen nicht von einem Extrem ins andere kippen: Wenn ich bisher meine eigenen Bedürfnisse gar nicht wahrgenommen und nicht für mich selbst gesorgt habe, heißt das nicht, dass es ab sofort nur noch um mich gehen soll, denn dann würde ich mich zum Egoisten entwickeln. Versuchen Sie, mit einer bestimmten Sache zu beginnen und eine gute Balance zu finden.
Überlegen Sie nun, wie Sie diesem bestimmten Bedürfnis in den nächsten sieben Tagen Raum geben können. Ich ermutige Sie, Ihr Leben wieder selbstbestimmter zu leben und auf sich selbst mehr Acht zu geben. Weil Sie es wert sind. Gott liebt Sie – ohne jegliche Gegenleistung. Ruhen Sie sich in seiner Gegenwart aus und genießen Sie die Geschenke, die er für Sie hat.

Zeitlöcher, die zum Segen werden
Mein Leben sieht mittlerweile so aus, dass wir als Familie einen wöchentlichen Sabbat-Tag pflegen. Hier bleiben alle Maschinen aus und wir verbringen Zeit als Familie ohne Smartphones. Ich habe Zeitfresser – einige digitale Medien und Perfektion im Haushalt – identifiziert und lasse es nicht mehr zu, dass sie mir kostbare Lebenszeit rauben. Ich prüfe regelmäßig, was Gott von mir möchte, und sage zu vielen tollen Angeboten und Gelegenheiten Nein, um mich nicht zu überlasten. Einmal wöchentlich überwinde ich meinen inneren Schweinehund und mache ein intensives Kraft- und Ausdauertraining. Meine Wochenplanung entspricht meist einem Schweizer Käse – viele Zeitlöcher, die Gott für Unvorhergesehenes nutzen kann. Ich möchte eine Christin sein, die nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch Jesus zur Verfügung stehen will und auch kann. Gott hat in den letzten Monaten wunderbare Situationen aus meinen Zeitlöchern entstehen lassen, und dadurch bin ich zum Segen für andere geworden.
Mit harter, jahrelanger Arbeit, mit Hilfe meines Mannes, der Weisheit guter Freunde und viel Disziplin habe ich es geschafft, bewusster zu leben – und Sie können es auch schaffen! Vermutlich kann Ihnen eine gute Freundin dabei helfen und Sie können dadurch ein Segen füreinander sein.

Kerstin Knaack lebt mit ihrer Familie am Bodensee und ist selbstständige Beraterin im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung. Zusammen mit ihrem Mann bildet sie Ehementoren aus und stärkt präventiv Ehen, Familien, Beziehungen und Singles. Dieser Artikel erschien in LYDIA 3/2019.

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