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Hören – ein WunderDrei Jahre lang lebte ich in einer stillen Welt

Ich wurde als gesundes Baby in Paraguay geboren. Ich konnte hören und mit zwei Jahren auch schon viel sprechen. Doch plötzlich passierte etwas, das mein Leben von Grund auf veränderte.

Eine Woche nach meinem zweiten Geburtstag wurde ich sehr krank. Ich bekam hohes Fieber, fühlte mich schwach und musste erbrechen. Im Krankenhaus wurde eine Hirnhautentzündung diagnostiziert. Ich konnte weder gehen noch sitzen. In dieser Zeit verlor ich auch mein Hör- und Sprechvermögen. Meine Eltern erzählten mir später, dass ich zwei Wochen lang im Krankenhaus um mein Leben kämpfte. Dann wurde ich völlig geschwächt entlassen. Zu Hause begann ein neues Leben. Nach einem Monat konnte ich wieder gehen, doch meine Eltern merkten, dass ich nicht auf Geräusche reagierte. Auf Nachfrage vertröstete sie der Arzt und meinte, es würde alles wieder gut werden.

Völlige Stille
Doch nachdem meine Eltern auf eine gründliche Untersuchung gedrängt hatten, stellte sich heraus, dass ich kaum noch Hörvermögen hatte. Lange Zeit suchten meine Eltern nach Möglichkeiten, um mir zu helfen. Ein Jahr lang versuchten sie es mit Hörgeräten, doch ohne Erfolg. In Paraguay gab es zu dieser Zeit noch keine Möglichkeit, ein Cochlea-Implantat einsetzen zu lassen. Meine Eltern, Großeltern und Geschwister beteten viel dafür, dass ich wieder hören und mir geholfen werden konnte, um ein normales Leben zu führen. Drei Jahre lang war die Welt für mich still.

Eine große OP
Durch Freunde bekamen meine Eltern Kontakt nach Buenos Aires in Argentinien. Nach vielen Untersuchungen wurde dort schließlich ein Termin für eine OP festgelegt. Mir sollte am rechten Ohr ein Cochlea-Implantat eingeführt werden. Mir erschien das sehr kompliziert und ich fragte mich, ob alles gutgehen würde. Doch Gott ließ den Ärzten die schwierige OP gelingen. Nach sieben Monaten war ich durch das Cochlea-Implantat wieder mit der Welt der Hörenden verbunden. Danach folgten viele Hörgeräteinstellungen. Für mich veränderte sich die Welt nun Stück für Stück. Sehr langsam lernte ich wieder zu hören. Über all den Lärm in der Welt staunte ich oft. Die Sprache musste ich mir hart erkämpfen, mit viel Therapie, Opfer und Hingabe. Eine Therapeutin aus der Schweiz besuchte uns für einen Monat, um einigen hörgeschädigten Kindern zu helfen – auch mir. Ich war gerade sieben Jahre alt, als ich zum zweiten Mal anfing zu sprechen. Meine Mutter meint, dass mir ein Stück gesunder Ehrgeiz dabei geholfen hat!

Zeit des Lernens
Oft fragte ich mich, ob mein Leben je wieder normal sein würde. Aber Gott zeigte mir immer wieder, dass er mich so annimmt, wie ich bin. Es gibt viele Dinge, die ich genießen kann. Die Schule konnte ich mit viel Mühe und Hilfe erfolgreich abschließen. Danach machte ich eine Ausbildung zur Sekretärin. Zurzeit arbeite ich als Sekretärin in einem Krankenhaus.
Mein liebstes Hobby ist fotografieren. Gerne fotografiere ich Menschen, die glücklich sind und mit ihrem Lächeln anderen Liebe schenken. Und ich fotografiere die wunderschöne Natur. Jeden Tag staune ich über die Werke Gottes – er ist wirklich sehr kreativ! Irgendwann will ich um die ganze Welt reisen, um verschiedene Kulturen und Sprachen kennenlernen. Ich will Kindern und Jugendlichen meine Geschichte erzählen, um ihnen Hoffnung zu schenken.

Dankbar fürs Leben und Hören
Mit 18 Jahren ließ ich mich auf den Glauben an Jesus Christus taufen. Seit ich Jesus kenne, geht es mir so gut wie nie zuvor. Gott hat einen wunderbaren Plan für mich, und ich erwarte voller Spannung, was er noch mit mir vorhat. Mein Leitvers aus der Bibel steht in Johannes 15,7: ,,Wenn ihr aber fest mit mir verbunden bleibt und euch meine Worte zu Herzen nehmt, dürft ihr von Gott erbitten, was ihr wollt; ihr werdet es erhalten.“
Ich bin meinem Vater im Himmel sehr dankbar, dass er immer zu mir steht. Er ist alles für mich! Ohne ihn wäre ich nie so weit gekommen. Ich bin dankbar für meine Eltern und Geschwister, die für mich da sind und mir viel geholfen haben. Ich bin dankbar für meine Verwandten und Freunde, die mich annehmen, wie ich bin. Heute, mit 23 Jahren, bin ich sehr glücklich, dass ich leben und hören kann.

Sibylle Sawatzky lebt mit ihren Eltern und zwei Schwestern in Paraguay.
Veröffentlicht am 26. Juni 2019.

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5 Kommentare

Ich bin sehr beeindruckt von diese wahre Geschichte. Ich bin selbst auf andere Weise auch betroffen

Gisela Geus

Sibylle ist meine Cousine. Sie ist eine bewundernswerte junge Frau. Sie ist eine positive Kämpferin von welcher ich viel lernen kann.

Sibylle, ich liebe dich und bin sooo stolz auf dich!

Horst Schroeder

Hi. Ich bin ein cousin von Sybille.Danke fuer dein Zeugnis Sybille! Du bist immer wieder, unzaehlige male jeden tag,jede woche eine inzpiration fuer mehr menschen um doch herum als du jemals glauben wuerdest. In deiner gegenwahrt kann man nicht Anders als mit dir zu lachen und sich mit dir am Leben und Gottes Schoepfung zu freun!

Randy Schroeder

Sibylles Lebensfreude ist inspirierend für ihre Mitmenschen. Ich hatte die Möglichkeit, sie im Unterricht zu begleiten. Sowohl in Normalstunden wie auch im differenzierten Unterricht bin ich von ihrer Lernbereitschaft und ihrem Optimismus beeindruckt gewesen. Eine Zweitsprache zu lernen, wie Sibylle es mit dem Spanischen gemacht hat, ist sicherlich keine Kleinigkeit. Schön, dass die Welt davon erfährt.

Patrick Friesen

Es ist schoen zu hoeren ueber dein leben. Wuensche dir Gottes Kraft. Dein Vater war mein Lehrer in der Zentralschule

Shelly Giesbrecht
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