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Für andere sorgen – und für mich selbst

Wenn der goldene Herbst dem kalten, nassen, ungemütlichen Teil dieser Jahreszeit weicht, ist es so weit: Viren und Bakterien verbreiten sich in Kindergärten und Schulen, und ein Kind nach dem anderen wird krank. Eine Zeit, in der unsere elterliche Liebe und Fürsorge mehr als zu anderen Zeiten gefragt ist.

Was genau bedeutet es eigentlich, fürsorglich zu sein? Fürsorge hat im erweiterten Sinne viele Bedeutungen: pflegen, sorgen, aber auch verwalten. Kinder haben den durch verschiedene Gesetze geregelten Anspruch auf die Fürsorge ihrer Eltern. Doch das, was der Staat als Mindeststandard festgelegt hat, kommt nicht einmal im Ansatz an das heran, was Eltern tatsächlich tun, wenn eines ihrer Kinder krank auf dem Sofa liegt.
Fürsorge im Krankheitsfall, das bedeutet für viele Eltern einen 24-Stunden-Dauereinsatz. Wir kuscheln, trösten, messen oder senken Fieber, kochen Hühnersuppe, lesen vor, schalten Hörspiele ein, bereiten das Lieblingsessen zu und servieren vitaminhaltige Säfte und Smoothies. Wir sitzen im überfüllten Wartezimmer des Kinderarztes, helfen beim Inhalieren, geben Hustensaft und Nasentropfen. Wir machen Wickel und kühlen die Stirn, ziehen dem fröstelnden Kind die Decke bis zum Hals hoch und fünf Minuten später wieder runter, weil es schwitzt. Wir pflegen, sind an ihrer Seite und bleiben es auch dann, wenn wir selbst erschöpft sind.

Was sie brauchen
Was wir tun, ist kein Abarbeiten einer staatlich verordneten Fürsorgepflicht – denn wir tun es aus Liebe. Wir können gar nicht anders, als nachzuschauen, ob es unseren Kindern gut geht. Wir legen uns trotz stetig wachsender Geschirrberge zu ihnen ins Bett, wenn sie nach uns jammern, und bleiben auch in der Nacht an ihrer Seite. Es ist in uns angelegt, und das ist auch gut so.
Es ist gut, dass wir alles für unsere Kinder geben, wenn sie uns brauchen. Es ist gut, dass sie spüren dürfen, dass wir ihnen weit mehr geben als eine Grundversorgung. Es ist gut, dass sie unsere Liebe und Sorge kennenlernen. Denn so können sie das, was sie heute von uns lernen, morgen selbst weitergeben. Irgendwann werden unsere Kinder zu einer Generation gehören, die Fürsorge gibt – ihren eigenen Kindern und einer immer größer werdenden Zahl an älteren Menschen. Wie so etwas geht, lernen sie von uns, und das lernen sie gerade dann, wenn es ihnen selbst nicht gut geht.

Was ich brauche
Doch wir dürfen unseren Kindern noch etwas anderes vorleben, und zwar gesunde Selbstfürsorge. Ja, wir müssen manchmal Tag und Nacht bei ihnen sein, aber wir dürfen auch die Pausen nutzen, die sich dazwischen ergeben. Wir dürfen uns zu ihnen legen und mit ihnen die Augen schließen, wenn sie gerade einmal eingeschlafen sind – egal, ob es drei Uhr nachts oder drei Uhr nachmittags ist. Wir dürfen uns mit einem Kaffee neben den vollen Wäschekorb setzen und ein Buch aufschlagen, während die Kinder eine Folge ihrer Lieblingsserie schauen. Wir dürfen nicht nur den Kindern ihr Lieblingsessen kochen, sondern auch uns selbst stärken – mit Vitaminen, Wasser und Schokolade. Wir dürfen Omas, Opas, Nachbarn oder Freunde bitten, uns das Essen zu kochen oder die Einkäufe nach Hause zu bringen oder eine halbe Stunde bei den Kindern zu bleiben, damit wir verschnaufen können.
Nur mit gesunder Selbstfürsorge können wir gut für andere sorgen. Nur wenn unsere Kinder Selbstfürsorge lernen, werden sie später fit genug sein, um für andere Menschen zu sorgen.

Daniela Albert ist Erziehungswissenschaftlerin, Eltern- und Familienberaterin. Dieser Artikel erschien in Lydia 4/2018.

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2 Kommentare

Ich finde dieser Artikel klingt im ersten Moment sehr schön und geht runter wie warme Butter. Problem an der Sache ist das es nicht bibeltreu sondern von psychologischem Denken durchtänkt ist. Wie kann es mir besser gehen wenn ich an mich denke? "Sei egoistisch du hast es dir verdient".... das kann nicht die Botschaft in einer christlichen Zeitschrift sein. Sorry aber Jesus hat uns was anderes vorgelebt. Ihm ging es nur darum sich für andere aufzuopfern und den Willen seines Vaters zu tun. Und so seh ich es auch als unseren Auftrag als Christ uns auch unseren Mitmenschen die Gott uns in den Weg gibt zu dienen. Um seinet Willen und nicht um unser Willen.
Schade das man in Lydia Artikel veröffentlicht die sich von anderen nicht christlichen Frauenzeitschriften unterscheidet.

Niemand Besonderes

Danke für Ihren wertvollen Kommentar und Ihre spannende Sicht auf diesen Artikel.
Gott weiß, dass die Kraft von uns Menschen endlich ist und eben nicht unerschöpflich und immer vorhanden. Er erwartet nicht von uns, dass wir uns über unsere Grenzen hinaus aufopfern, sondern im Rahmen unserer Möglichkeiten selbstlos geben. Damit unsere Kraft immer wieder vorhanden ist, sind Ruhepausen nötig, das hat Gott mit dem Sabbat von Anfang an in der Schöpfung für uns angelegt und auch mit dem Bedürfnis nach Schlaf, das er den Menschen gegeben hat. Wenn es darum geht, anderen Menschen zu dienen, in diesem Fall kranken Kindern, dann geht es um die richtige Prioritätensetzung. Das kranke Kind hat immer Vorrang, wenn es uns braucht, sind wir da, egal um wie viel Uhr und egal wie erschöpft wir sind. Andere Dinge jedoch sind nicht so wichtig, Wäscheberge zum Beispiel und deshalb dürfen wir sie stehen lassen und Kraft sammeln, um auch in der nächsten Nacht wieder mit wenig Schlaf auszukommen und fürs fiebernde Kind da zu sein. Das hat weniger mit Egoismus und mehr mit gesunder Selbstfürsorge zutun, ohne die wir solch herausfordende Zeiten nicht überstehen würden. Jesus selbst sorgte übrigens auch für sich. Er aß und trank regelmäßig und zog sich immer wieder zurück und betete und er schlief im Sturm, während die Jünger versuchten, das Boot zu steuern. Ich denke also schon, dass eine gesunde Selbstfürsorge durchaus biblisch sein kann.

Daniela Albert
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