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The Chosen – ein Jesus zum Anfassen

„Kennst du The Chosen? Hier, schau dir mal den Trailer an!“ Ich war skeptisch, als meine Freundin von dieser neuen Bibelverfilmung so begeistert war. Gibt es nicht schon genug Bibelfilme? Und sind die meisten nicht – bei allem Respekt – ein bisschen langweilig? Doch ich war schnell überzeugt. The Chosen ist anders!

Das Konzept

The Chosen ist die erste Verfilmung des Lebens Jesu, die im Serienformat konzipiert ist. Geplant sind sieben bis acht Staffeln. Der Fokus der einzelnen Folgen liegt auf ausgewählten Episoden, die die ersten Jesus-Begegnungen von Maria Magdalena, Nikodemus, Petrus, Andreas, Matthäus und Thomas sowie deren Vorgeschichten in den Blick nehmen.

Zu Beginn der ersten Folge werden die Zuschauer in einem Vorspann darüber informiert, dass die Serie „auf den wahren Geschichten der Evangelien basiert“. Manche Orte und zeitliche Abfolgen wurden „gestrafft oder kombiniert“, einige „Hintergründe, Charaktere und Dialoge hinzugefügt“. Doch „alle künstlerische Vorstellungskraft soll dem Ziel dienen, die Wahrheit und die Absichten der Bibel zu unterstützen“. Kurz gesagt: Manche Szenen und Dialoge sind der Bibel entnommen, andere sind fiktiv. The Chosen zeigt, was zwischen den Versen geschehen sein könnte – ohne die theologische Absicht der biblischen Texte zu verändern.

Um den biblischen, kulturellen und soziopolitischen Hintergrund so authentisch wie möglich darzustellen, ließ Regisseur und Co-Autor Dallas Jenkins sich von einem messianischen Rabbi und einem evangelikalen Professor für Neues Testament beraten. Das Ergebnis: Kulissen, Kleidung, Geräusche und selbst der ethnische Hintergrund der Schauspieler transportieren den Zuschauer ins Israel des ersten Jahrhunderts.

Die Charaktere

Bibelverfilmungen, deren Dialoge ausschließlich der Bibel entnommen sind, stehen in der Gefahr, dass ihre Charaktere flach und wenig ansprechend ist – aus dem einfachen Grund, weil es zu zahlreichen Personen nur wenige Verse gibt. Dieses Problem hat Jenkins nicht. Seine Charaktere – allen voran die Jünger – haben komplexe Vorgeschichten, Eigenarten, Stärken und Schwächen. Er greift Details aus der Bibel auf und bindet sie in stimmige Lebensgeschichten ein, die so gewesen sein könnten.

Matthäus beispielsweise ist völlig schockiert, als Jesus ihn in seinem Zollhäuschen mit Namen anspricht. Er hat eine gesicherte Position, in der er gut verdient und von den Römern beschützt wird. Und doch lässt er alles stehen und liegen und folgt Jesus nach. Das kommt bei Petrus gar nicht gut an: Wie kann Jesus diesen Verräter, der sein eigenes Volk ausbeutet, in ihre Gruppe aufnehmen? Das versteht er nicht. „Du hast es auch nicht verstanden, als ich dich erwählt habe“, meint Jesus. „Aber das ist etwas anderes!“, empört sich Petrus. Die trockene Antwort von Jesus: „Gewöhn dich an anders.“

Begegnungen mit Gänsehaut-Effekt! Überhaupt stehen die Eins-zu-eins-Begegnungen mit Jesus im Fokus der Serie. Genau hier liegt das große Identifikationspotenzial: Wie würde ich reagieren? Was würde Jesus zu mir sagen? Würde mein Herz ihm entgegeneilen?

Die Jesus-Darstellung

Die Szenen, in denen Jesus auftritt, sind erstaunlich selten. Im Mittelpunkt stehen die Erlebnisse der Jünger (so ja auch der Titel: The Chosen – die Erwählten). Aber wo Jesus in Erscheinung tritt, ist er brillant. Warmherzig und klug. Humorvoll und einfühlsam. Zugänglich. Und er strahlt unglaublich viel Liebe aus. Dieser Jesus begeistert mich. Ich vermute, dass viele Zuschauerinnen sich ein klein bisschen in ihn verlieben. Natürlich sollen wir keinen Schauspieler anbeten, dennoch bin ich überzeugt, dass diese „Jesus-Begeisterung“ eine gute Sache ist. Denn wenn ich The Chosen schaue, wächst meine Liebe zur Bibel und zu dem Jesus, den ich zurzeit nicht sehen kann, und ich freue mich darauf, die Ewigkeit mit ihm zu verbringen.

Jesus war ganz Gott und ganz Mensch. The Chosen gelingt es, seine menschliche Natur auf inspirierende, sympathische Weise darzustellen. So zeigt eine Episode Jesus mit einer Gruppe von Kindern. Er macht Späße mit ihnen, gewinnt ihr Vertrauen und lädt sie ein, ihm bei seinen Holzarbeiten zu helfen. Während die Kinder ein Gebet aus der Tora aufsagen, treten ihm die Tränen in die Augen. Die Szene ist absolut berührend. Fiktiv – aber sie veranschaulicht Jesu Liebe zu den Kindern, die die Bibel bezeugt.

„Das Ziel dieser Serie ist es, unsere Liebe zur Bibel zu vertiefen, uns zur Bibel hinzuziehen und einige Geschichten zu neuem Leben zu erwecken, die wir schon oft gehört haben“, erklärt Dallas Jenkins. Und das ist dem Regisseur absolut gelungen. 

Die Serie eignet sich auch sehr gut für Menschen, die dem christlichen Glauben bislang skeptisch, gleichgültig oder ablehnend gegenüberstehen. Eben weil sie so anders ist.
 

Delia Holtus

Dieser Text erschien in Lydia 3/2021.

Mehr Infos auf www.the-chosen.net

 

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