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Mein Herz ist voll von dirWarum ich mehr von Gottes Wahrheit in meinem Leben haben will

Für eine Prüfung muss ich sehr viel auswendig lernen. Und merke dabei, wie sehr ich mir wünsche, statt Fachbegriffen mehr Worte in meinem Herzen zu haben, die mir Gottes Liebe zeigen …

Nicht einmal mehr zwei Wochen. Bis dahin muss ich alles können. Denn dann ist meine Prüfung für das Deutsche Fahrabzeichen IV – landläufig auch „Kutschführerschein“ genannt. Zwei dicke Ordner begleiten mich seit über einem Monat. Jede Schnalle, jeden Riemen, jeden Knochen, jeden Handgriff – alles muss ich auswendig können. Und so lerne ich, was ein Oberblattstrupfenstößel ist, ein Kumtbügel, ein Vorderfußwurzelgelenk, ein Sulky … Ich weiß die Idealmaße einer Stallgasse, kenne das Hessische Wald- und Forstgesetz, die vorgeschriebene Höhe für Rücklichter und Reflektoren an einer Kutsche und noch viel mehr.

Erstaunt über mich selbst
Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen ganzen Berg von Details und Spezialbegriffen innerhalb weniger Wochen wirklich auswendig können würde. Handlungsabfolgen. Grafiken. Gesetze. Vorschriften. Ich bin erstaunt über mich selbst. Und ich denke daran, wie lange es her ist, dass ich das letzte Mal einen Bibeltext auswendig gelernt habe. Dabei habe ich mir gerade selbst bewiesen, dass ich durch in der Lage bin, ganze Kapitel, ja sogar Bücher auswendig zu lernen.
Zugegeben, ich kann nicht einmal die Zehn Gebote oder den Psalm 23 wörtlich aufsagen. Aber es gibt schließlich kein Gebot, das mir befiehlt, die ganze Bibel auswendig zu lernen, oder? Heutzutage haben wir schließlich Bibelsuchmaschinen und ich weiß ja, was in der Bibel steht. Auswendiglernen ist mühsam. Ich muss nicht vor anderen damit angeben können, dass ich alles auswendig kann.

Eine leise Stimme
Doch als ich meinen vollen Terminkalender betrachte, erinnert mich eine leise Stimme: „Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch!“ Das hatte ich mal wieder völlig vergessen. Sofort bitte ich Gott, mir zu helfen, und ein tiefer Friede zieht in mein Herz. Kurz darauf sitze ich in meinem Hochschulseminar und bin versucht, einfach aufzustehen und zu gehen, weil es so langweilig ist. Doch eine leise Stimme erinnert mich daran: „Wie ihr wollt, dass die Leute euch behandeln, so behandelt ihr sie auch …“ Also bleibe ich sitzen und denke daran: „Was immer ihr tut … tut alles zur Ehre Gottes.“
Das sind nur zwei Beispiele von vielen, die mir zeigen, dass es vielleicht doch einen Nutzen hat, Teile der Bibel auswendig zu können. Vielleicht ist das sogar noch wichtiger, als ich denke? Jesus sagte einmal über den Heiligen Geist: „Der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Johannes 14,26). Aber ich kann mich nicht an etwas erinnern, das ich nie gelernt habe.

Im Herzen bewahren
Ich mag den englischen Ausdruck für den Begriff „auswendig lernen“: „to learn by heart“. Etwas so intensiv lernen, dass es hinterher in meinem Herzen geschrieben steht. Gott sagt: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben“ (Jeremia 31,33) Ich glaube nicht, dass Gott hier das Auswendiglernen meinte, aber ich finde es dennoch treffend. Denn es geht darum, dass uns Gottes Gesetz in Fleisch und Blut übergeht.
Zu Josua sagte Gott: „Du sollst die Weisungen dieses Gesetzbuches immer vor dir hersagen und Tag und Nacht darüber nachdenken, damit dein Tun ganz von dem bestimmt ist, was darin steht. Dann wirst du Erfolg haben, und was du anpackst, wird dir gelingen (Josua 1,8).

Es steht geschrieben
Das ist genau das, was ich erlebt habe. Mein Tun wurde von der Bibel bestimmt, weil ich das, was Gott zu dieser Situation zu sagen hatte, auswendig wusste. Tatsächlich kannte Jesus die Heilige Schrift zu großen Teilen auswendig. Er zitierte ständig Mose und die anderen Propheten. Auch als Jesus vom Teufel in der Wüste versucht wurde, antwortete er mit „Es steht geschrieben…“. Jesus kannte sehr vieles auswendig. Und er schien es für wichtig zu halten, mit dem wörtlichen Text zu antworten und nicht nur mit seiner eigenen Meinung. Er wusste genau, wo was in der Heiligen Schrift steht.

Heilige Erinnerung
In meinem Alltag habe ich die Erfahrung gemacht, dass Gott mich ständig durch den Heiligen Geist an das, was ich gelernt habe, erinnern möchte.
Wenn ich bete, erinnert er mich: „Bittet und ihr werdet bekommen! Sucht und ihr werdet finden! Klopft an und es wird euch geöffnet“ (Matthäus 7,7).
Wenn ich müde und kraftlos bin, erinnert er mich: „Er gibt den Erschöpften neue Kraft; er gibt den Kraftlosen reichlich Stärke“ (Jesaja 40,29).
Wenn ich tieftraurig bin, erinnert er mich: „Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden“ (Psalm 147,3).
Wenn ich versucht werde und das Gefühl habe, zu schwach zu sein, erinnert er mich: „Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch mit der Versuchung auch einen Ausweg schaffen, sodass ihr sie bestehen könnt“ (1. Korinther 10,13).
Und wenn ich dennoch der Versuchung nachgegeben und Gottes Stimme ignoriert habe, versichert er mir: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht“ (1. Johannes 1,9).

Ein scharfes Schwert
So hallt Gottes Stimme in meinem Kopf und in meinem Herzen wider. Er spricht auch durch Umstände, Gedanken, Lieder oder andere Menschen zu mir. Aber am meisten möchte er durch den Heiligen Geist sprechen, der uns an das erinnert, was Jesus gesagt hat. Er will durch sein Wort zu uns sprechen. Überall. Beim Geschirrspülen. Beim Gitarre üben. Wenn ich einschlafe. Wenn ich esse.
Das Wort Gottes ist Teil unserer geistlichen Waffenrüstung. Paulus nennt es das „Schwert des Geistes“ (Epheser 6,17). Es ist unsere Waffe im Kampf gegen Entmutigung, gegen Zweifel, gegen sündige Fantasien, gegen schlechte Gedanken, gegen falsche Argumente, gegen Minderwertigkeitsgefühle, gegen Versuchungen, gegen unbiblische Lehren ... Wir brauchen dieses Schwert. Täglich. Stündlich. In der U-Bahn. Im Klassenzimmer. Auf dem Uni-Campus. In der Familie. Im Gottesdienst. Aber ein Schwert nützt mir nichts, wenn es irgendwo zu Hause liegt oder ich nie gelernt habe, damit zu kämpfen. Eine Bibel nützt mir nichts, wenn ich darin nicht finde, was ich suche, oder nicht weiß, was darin zu meiner Situation steht.

Liebhaber meiner Seele
In den letzten Wochen habe ich so viel auswendig gelernt. Überhaupt habe ich in meinem Leben schon so viel auswendig gelernt: Französischvokabeln. Spanische Grammatikregeln. Mathematische Formeln. Geschichtliche Daten. Rhetorische Figuren. Politische Parteiprogramme. Physikalische Gesetze. Chemische Reaktionen. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass ich mir wichtigere Dinge zu Herzen nehme. Sie in mein Herz aufnehme. Und darüber Tag und Nacht nachdenke. Weil durch diese Worte der zu mir spricht, der mich am meisten liebt.
Kann es etwas Schöneres geben, als ständig über das nachzudenken, was der zu mir spricht, an dem mein Herz hängt, dem ich mein Vertrauen geschenkt habe und der sein Leben für mich gegeben hat? Wenn ich so darüber nachdenke, dann würde es meinen Tag mit Sicherheit schöner und mich in meinem Alltag glücklicher machen, wenn ich das Wort dessen bei mir trage, den meine Seele so sehr liebt.

Ronja Wolf

Veröffentlicht am 29. April 2020

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