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Hallo Papa …Mit Gott reden wie mit einem Vater

Als meine älteste Tochter dreizehn war, verpatzte sie bei einem Vorspielabend ihren Auftritt. Jenna wurde später eine erstklassige Pianistin. Aber jeder hat mal einen schlechten Tag. Sie hatte ihren eben vor einem Saal voller Zuschauer, unter denen auch viele Angehörige und Freunde waren. Zu Anfang klappte alles prima. Ihre Finger glitten über die Tasten. Aber mitten im Stück sprang ihr musikalischer Zug aus den Gleisen.
Ich sehe sie immer noch vor mir: den Blick starr nach vorn gerichtet, die Finger wie mit Sekundenkleber festgeklebt. Sie ging ein paar Takte zurück und setzte noch einmal an. Keine Chance. Sie konnte sich um nichts in der Welt daran erinnern, wie es weiterging. Es war mucksmäuschenstill – man hörte nichts außer den klopfenden Herzen ihrer Eltern.
Komm, Liebling, du schaffst das.
Versuch es noch mal.
Gib nicht auf. Gleich fällt es dir wieder ein.

Das tat es dann auch wirklich. Jennas mentale Blockade löste sich und sie spielte das Stück zu Ende. Sie erhob sich mit bebendem Kinn und verbeugte sich kurz. Das Publikum spendete mitfühlenden Applaus. Sie stürzte regelrecht von der Bühne. Denalyn und ich standen hastig auf und trafen sie an der Seite des Saals. Sie warf die Arme um mich und barg das Gesicht an meiner Brust.
„Ach, Papa.“
Das genügte. Denalyn und ich hüllten sie von beiden Seiten in unsere Liebe ein. Wenn eine Umarmung Scham beseitigen könnte, hätte diese es getan. In diesem Moment hätte ich ihr die Sterne vom Himmel geholt. Alles, was sie gesagt hatte, war: „Ach, Papa.“
Das ist ein guter Gebetseinstieg. Gebet beginnt mit einem ehrlichen, tief empfundenen „Ach, Papa“.

Keine Förmlichkeiten, sondern Nähe
Jesus hat uns gelehrt, unsere Gebete so zu beginnen: „Unser Vater im Himmel“ (Matthäus 6,9). Oder genauer: „Unser Abba im Himmel.“ Abba ist ein intimes, zärtliches, volkstümliches Wort, die wärmste der aramäischen Bezeichnungen für „Vater“.
Keine Förmlichkeiten mehr. Stattdessen Nähe. Jesus lädt uns dazu ein, so zu Gott zu kommen, wie ein Kind zu seinem Papa kommt.
Und wie kommen Kinder zu ihrem Papa? Ich bin auf einen Schulhof gegangen, um es herauszufinden. Ich habe mich auf eine Bank gesetzt und mir Notizen gemacht. Wie reagiert ein Kind, wenn es seinen Vater auf dem Parkplatz entdeckt?
„Yippie!“, schrie ein rothaariger Junge.
„Eis essen!“, rief ein sommersprossiges Mädchen und bezog sich dabei offenbar auf ein Versprechen, das der Vater ihm gegeben hatte.
„Papa! Hier rüber! Schubs mich an!“, schrie ein Junge mit einer Baseballkappe und rannte zu den Schaukeln.
Ich hörte Fragen: „Fahren wir nach Hause?“ Und ich hörte Jubelschreie: „Papa! Guck mal, was ich gemacht habe!“
Was ich nicht gehört habe, war: „Vater, es ist so gnädig von dir, dass du mit deinem Auto zu meiner Bildungsstätte fährst und mich zu dir nach Hause holst. Ich danke dir aus tiefstem Herzen für deine Barmherzigkeit. Deine Fürsorge ist wunderbar und deine Hingabe einzigartig.“
Ich hörte keine Förmlichkeiten und keine geschwollenen Ausdrücke. Ich hörte Kinder, die glücklich waren, ihren Papa zu sehen, und die es nicht abwarten konnten, mit ihm zu reden.
Gott lädt uns ein, auf genau dieselbe Art zu ihm zu kommen. Was für eine Erleichterung! Kommen Sie zu Gott wie ein Kind zu seinem Papa.

Es ist ganz leicht
Beten ist wirklich so einfach. Widerstehen Sie dem Drang, es kompliziert zu machen. Versuchen Sie nicht, kunstvolle Worte zu wählen. Entschuldigen Sie sich nicht für Ihr Gestammel. Keine Spielchen. Kein So-tun-als-ob. Seien Sie einfach ehrlich – ehrlich zu Gott. Sagen Sie ihm alles, was Sie auf dem Herzen haben. Oder sagen Sie überhaupt nichts. Halten Sie ihm einfach Ihr Herz hin und sagen Sie: „Vater … Papa …“
Manchmal ist „Papa“ alles, wozu wir imstande sind. Stress. Angst. Schuld. Kummer. Anforderungen. Alles, was wir zuwege bringen, ist ein klägliches „Ach, Papa“. Das genügt. Jenna sagte nur zwei Worte und ich schloss sie in die Arme. Ihr himmlischer Vater wird dasselbe tun.

Max Lucado ist Vater von drei Töchtern, Pastor und Autor zahlreicher Bücher. Dies ist ein Auszug aus seinem Buch „Vater unser“ (Gerth Medien). Der Artikel erschien in LYDIA 3/2016.

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