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Eine himmlische BerührungAuf der Suche nach einem liebenden Gott

Am Ende meiner Kraft mache ich mich auf die Suche nach Ruhe. Ich sehne mich danach, Gott auf eine andere Art kennenzulernen als bisher. Wo könnte das besser gelingen als in dem Land, in dem Jesus als Mensch gelebt hat?

Es ist schon dunkel, als die Maschine zum Landeanflug auf den Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv ansetzt. Helle Scheinwerfer leuchten ihr den Weg. Im Hintergrund erklingt die israelische Nationalhymne „Hatikva“ – Hoffnung. Nachdenklich schaue ich aus dem Fenster.
Einige Wochen zuvor habe ich meine Arbeitsstelle und Wohnung gekündigt. Nun bin ich hier. In einem großen Rucksack habe ich meine Habseligkeiten verstaut, die mich für ein Jahr begleiten sollen. Aber ich habe noch eine andere Art von Gepäck dabei, von dem ich hoffe, es loszuwerden. Ich brauche eine Auszeit, nachdem ich mich einige Jahre beruflich stark engagiert habe und meine Kräfte gelitten haben. Vor allem aber möchte ich diese Zeit nutzen, um Gott neu zu suchen – einen Gott, der mich liebt. Bis jetzt habe ich ihn so nicht gefunden, obwohl ich schon einige Jahre gläubig bin. Sehr wohl habe ich verstanden, dass es ohne Jesus keine ewige Perspektive für uns Menschen gibt. Und mir ist bewusst, dass das Kreuz auch für mich nötig war. Aber ich empfinde noch nicht, dass Gott es gut mit mir meint.

Der fordernde Gott
Ich habe einen himmlischen Vater, dessen Markenzeichen der erhobene Zeigefinger ist. Er ist fordernd und selten zufriedenzustellen. Das Leben mit ihm ist anstrengend! Die Frage, warum „gute“ Menschen Leid erleben, ist immer noch ungelöst für mich. Es gibt einige Schwierigkeiten und auch gesundheitliche Probleme, die mich an Gottes Fürsorge zweifeln lassen. Zwar höre ich, dass Gott uns Menschen liebt – aber es scheint wohl eine sehr rustikale Art von Liebe zu sein. Mein Glaube ist wie ein schwerer Koffer, den ich kaum tragen kann. Ich sehne mich danach, ihn einfach stehen zu lassen. Doch warum können andere Gott ganz anders erleben? Es ist Zeit, mich auf die Suche zu machen, und so entscheide ich mich für diesen Schritt und lasse alles hinter mir. „Hatikva“ – Hoffnung. Gibt es die auch für mich? Kann es Licht in meinem Dunkel geben?

Der unverständliche Gott
Meine Ankunft in Israel ist nun schon sechs Monate her. Ich sitze im Garten einer christlichen Jugendherberge in Eilat im Süden Israels, wo ich seit Kurzem arbeite und die restliche Zeit meines Aufenthalts verbringen werde. Eine leuchtende Frühlingssonne schickt ihre wärmenden Strahlen von einem azurblauen wolkenlosen Himmel. Ein Tag, der schöner nicht beginnen könnte. Und doch ziehen dunkle Wolken auf meiner Stirn auf. Schuld daran ist dieser Bibeltext, der während einer Andacht vorgelesen wird. Eine zweifache Strafe soll das jüdische Volk treffen. Das ist einmal mehr die Bestätigung, dass Gott einfach nicht zu verstehen ist. Warum zieht er die Menschen so hart zur Rechenschaft? Wie soll ich ihm da wirklich vertrauen?
Mich umgibt warmer Sonnenschein, doch in meinem Herzen weht ein kalter Wind. Mit zarter Hoffnung habe ich Deutschland verlassen. Ich bete, dass Gott sich mir neu zeigt, und lese in der Bibel. Ich habe eine große christliche Konferenz und viele Gottesdienste besucht. Ich führe das eine oder andere Gespräch. Manches lerne ich dazu, doch der Durchbruch zum Vertrauen gelingt mir nicht. Immerhin habe ich bis jetzt eine gute Zeit im Kibbuz am See Genezareth und auch hier gehabt.
„Weißt du, dass John (der Herbergsvater und Gemeindeleiter) sich fragt, warum du mit ernster und kritischer Miene bei seinen Bibelauslegungen sitzt?“, fragt mich Barbara, die mit mir zusammenarbeitet. „Das hat nichts mit ihm zu tun, als vielmehr mit diesen Texten“, erwidere ich. In den darauffolgenden Tagen suche ich ein Gespräch mit ihm und erzähle, was ich auf dem Herzen habe. Am nächsten Sabbat-Gottesdienst hält er eine Predigt über die Vaterliebe Gottes. Das ist eine wirklich rührende Geste! Doch das Gesagte findet mal wieder nicht den Weg vom Kopf zum Herzen. Vielleicht muss ich mich einfach damit abfinden, dass das nun mal so ist?

Der unvorstellbare Gott
Und dann geschieht es. Der kleine Wecker schrillt laut und beendet jäh die friedliche Stille. Tastend versuche ich, ihn abzustellen. Schwaches Licht scheint durch den rot-gelb geblümten Vorhang und verkündet den neuen Tag. Es ist höchste Zeit aufzustehen, denn ich habe Dienst an diesem Morgen. Zügig wasche ich mich und schlüpfe in meine Kleider, um eilig durch den Garten in Richtung Rezeption zu gehen. Und plötzlich trifft mich die Erkenntnis wie ein Paukenschlag: wie unendlich viel es Jesus gekostet hat, am Kreuz zu sterben. Und mit welch unvorstellbarer Liebe er diesen Weg willig auf sich genommen hat. Eine riesengroße Freude überfällt mich. Wohlige Wärme und Licht durchfluten mein Innerstes. Ich kann kaum begreifen, was ich gerade erlebe, und gehe wie im Traum weiter Die Freude und das Verstehen erfüllen mich ganz. Ich habe eine Berührung mit dem Himmel gehabt!

Der barmherzige Gott
Das alles geschah vor einigen Jahren. Diese riesige übernatürliche Freude begleitete mich noch drei Tage lang. Endlich konnte ich meinen schweren „Koffer“ stehen lassen, den ich so lange mit mir herumgeschleppt hatte. Seither kann ich Gott mit anderen Augen sehen, er ist mir ein liebevoller und barmherziger himmlischer Vater geworden. Sein Licht hat mein Dunkel hell gemacht und meine Hoffnung erfüllt. Jesus, der selbst alle Tiefen menschlichen Lebens kennt, ist stets an meiner Seite. In unzähligen Situationen habe ich seine Hilfe und Fürsorge erlebt. Nun kann ich vertrauensvoller, zuversichtlicher und freudiger meinen Weg gehen.
Die Entscheidung, Gott neu von ganzem Herzen zu suchen, war die Beste meines Lebens. Und wenn der Zweifel an meine Tür klopft, hat er keine Chance, eingelassen zu werden, denn dann erinnere ich mich an meine himmlische Berührung.

Carmen Fletman ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und christliche Lebensberaterin in Rottenburg.
Veröffentlicht am 21. August 2019.

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1 Kommentar

So ist Gott, so persönlich, dass er denen liebevoll begegnet, die ihn suchen. Das habe ich auch immer wieder erlebt. Danke für dein Zeugnis. Gott segne dich.

Christina
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