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Was gibt mir Sicherheit?Polizistin aus Leidenschaft

Wenn sie ihre langen blonden Haare zurückwirft und freundlich die Hand gibt, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass Eva Maria Wenzl Handschellen angelegt und Kriminelle verfolgt hat. Zehn Jahre lang war die 38-Jährige als Polizistin im Einsatz, danach Pressesprecherin der Polizei in Salzburg. Im LYDIA-Interview erzählt sie von dieser Zeit und davon, was Sicherheit für sie bedeutet.

Wollten Sie schon immer Polizistin werden?
Schon als kleines Kind wollte ich zur Polizei. Meine Mutter erzählt, dass ich bereits aus dem Kinderwagen heraus nach den „Positisten“ Ausschau gehalten habe. Ich war sicher nicht das typische Mädchen und habe lieber Fangen im Wald gespielt als mit Puppen. Nach dem Schulabschluss habe ich mich bei der Polizei beworben. Selbstsicher wie ich war, gab es für mich keinen Zweifel, dass ich die Aufnahme schaffen würde. Aber erst einmal musste ich warten. Es gab zu der Zeit keine Neuaufnahmen und so kam es, dass ich in einem Fastfood-Restaurant zu arbeiten begann. Nach einer Wartezeit von über drei Jahren kam zum ersten Mal die Frage in mir auf: „Was ist, wenn Gott gar nicht will, dass ich zur Polizei gehe?“ Dieses Loslassen eines Traums mit Anfang zwanzig war nicht einfach für mich. Mir war bewusst: Wenn Gott es nicht zulässt, dann geht die Tür nicht auf. Dann hilft auch keine „Ellbogentechnik“ oder „Kopf durch die Wand“-Methode. Drei Monate später gab es schließlich eine Ausschreibung und ich wurde genommen.

Wurden Sie als Frau im Polizeidienst anders behandelt als ein Mann?
Eine Polizistin hat die gleichen Aufgaben und Dienste und fährt zu den gleichen Einsätzen wie ein Mann. Ich hatte nie Probleme als Frau im Polizeidienst. Ich glaube, es gibt viele Bereiche, in denen es für die Gesellschaft wichtig ist, dass Frauen diesen Dienst tun. In der Kriminalität hat sich einiges verändert. Es gibt mehr Übergriffe im öffentlichen Raum. Viel mehr Familiendramen. Da macht die Polizei oft Sozialarbeit. Wir haben häufig mit Problemen zu tun, die Menschen untereinander und mit sich selbst haben. Da ist das weibliche Einfühlungsvermögen sicher von Vorteil. Ich habe als Frau durchaus Respekt bekommen. Aber es war trotzdem interessant, dass männliche Kollegen in etlichen Situationen weniger Durchsetzungsvermögen gebraucht haben.

Ist es bei Ihren Einsätzen auch mal richtig gefährlich geworden?
Ich habe in der Polizeiinspektion in der Salzburger Innenstadt gearbeitet und hatte sehr viele Einsätze direkt vor der Tür, da wenige Meter entfernt eine Reihe Lokale sind. Ich konnte mich immer auf meinen Partner und die Kollegen verlassen. Wir waren ein junges und motiviertes Team. Nach größeren Einsätzen oder gewalttätigen Auseinandersetzungen waren wir schon dankbar, dass wir heil und gesund aus dem Dienst nach Hause gehen konnten.
Eine Kollegin und gute Freundin sagte einmal zu mir: „Ich würde gern am Lebensende wissen, wo wir bewahrt worden sind.“ Ja, darauf bin ich auch gespannt, wo Gott seine Engel ausgeschickt hat.“ (…)

Text: Saskia Barthelmeß
Foto: Petra Fritzi Hennemann

Dies ist ein Auszug aus dem Interview in Lydia 3/2020.

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