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Neues wagen und Verantwortung übernehmenInterview mit Heinke Rauscher

Heinke Rauscher leitet gemeinsam mit ihrem Kollegen die internationale Hilfsorganisation „Humedica“. Im Interview mit LYDIA erzählt die dreifache Mutter, wie sie zu dieser Aufgabe gekommen ist und warum das Familienleben Frauen gut auf Leitungsaufgaben vorbereitet.

Frau Rauscher, Ihr Lebenslauf liest sich wie eine Weltreise: geboren in Nepal, in Libyen und Bremen zur Schule gegangen, in Wales studiert. Wie kam es dazu?
Meine Eltern haben in Nepal als Entwicklungshelfer gearbeitet. Nachdem sie die Sprache gelernt hatten, sind sie in den Urwald gezogen und haben dort ein Schulungszentrum für junge Männer aufgebaut. In dieser Zeit bin ich auf die Welt gekommen. Ich lebte dort, bis ich fünf Jahre alt war. Wir waren danach für einige Jahre in Bremen. Dann ist mein Vater als Vermessungsingenieur nach Libyen gegangen. Dort war ich in einer Dorfschule mit neun Klassen und einem Lehrer. Ich bin als Kind viel herumgekommen, war immer ein paar Jahre an dem Standort, an dem mein Vater gearbeitet hat. Ich habe viele Menschen kennengelernt, aber ich musste auch immer wieder loslassen und mich von Menschen trennen.

Wie lange waren Sie in Libyen?
Etwa sieben Jahre, an verschiedenen Orten. Zuerst waren wir in der Wüste, dann war ich zwei Jahre in der deutschen Schule, danach in einer internationalen Schule. Dann bin ich zu meinem Onkel und meiner Tante nach England gezogen. In Großbritannien habe ich dann auch studiert.

Was haben Sie mitgenommen aus den unterschiedlichen Kulturen?
Es ist spannend, Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen und von ihnen zu lernen. Die Erfahrungen aus meiner Kindheit und Jugend machen mich offen dafür. Ich interessiere mich für Menschen, egal, woher sie kommen. (…)

Sie sind Journalistin, haben dann als Redakteurin für einen Fachverlag gearbeitet. Wie kamen Sie zur Leitung einer Hilfsorganisation?
Der Journalismus hat mich interessiert, aber nicht ausgefüllt. Ich habe drei Jahre lang gebetet, dass Gott mir zeigt, wo er mich haben möchte. (…)

Das ist viel Verantwortung. Woher nehmen Sie die Kraft für Ihre Aufgaben?
Die kommt von Gott. Ich bete sehr viel, dass Gott mir Weisheit gibt. Er hat mich in diese Position gestellt. Ich habe ihn gefragt, ob das der richtige Platz ist, und bin mutig vorwärtsgegangen. Es ist für mich neu gewesen, so viel Verantwortung für so viele Menschen und eine so große Aufgabe zu haben. Ich weiß, ich kann das nur mit Gottes Hilfe schaffen. Und so gehe ich jeden Tag an meine Arbeitsstelle und bitte ihn um Weisheit und Korrektur. Auch der Rückhalt in der Familie ist mir wichtig. Außerdem beziehe ich viel Kraft aus der Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort. Aber mein Fundament ist Gott, aus dem ich schöpfe und dem ich vertraue, dass er mich begleitet. (…)

Haben Sie ein Beispiel dafür, was man bei der Führung innerhalb der Familie lernen kann?
Probleme und Konflikte anzusprechen ist ein wichtiger Teil von Führung und das lässt sich gut in der Familie lernen und üben. In der Familie fällt das jedoch leichter als bei Kollegen. Nachdem in vielen Unternehmen Themen wie Kultur und Umgang miteinander immer wichtiger werden, sind diese Fähigkeiten sehr hilfreich. (…)

Text: Ellen Nieswiodek-Martin
Foto: Stefanie Lippert

Dies ist ein Auszug aus dem Interview in Lydia 4/2020

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