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Aus allem das Beste machenInterview mit Sibylle Beck

Als Sibylle Beck mir die Tür öffnet, kommt mir der größte Hund entgegen, den ich je gesehen habe. Es ist Lenny, eine Deutsche Dogge. Er beschnuppert mich kurz und legt sich dann auf seinen Teppich. Lenny wohnt mit Sibylle und Steffen Beck in Dettenheim, einem Dorf mit knapp 7000 Einwohnern, 21 Kilometer entfernt von ihrer Karlsruher Kirche. Nachdem sie vorher in kleineren Wohnungen gelebt hatten, hat Sibylle Beck hier Platz für Hund, Klavier und seit Kurzem für ein Pferd gefunden. Obwohl sich damit ihre Kindheitsträume erfüllen, sagt sie im Interview: „Wir wollen unser Herz nicht an das hängen, was wir haben. Gott hat uns reich beschenkt, dennoch weiß ich, dass alles nur geliehen ist.“

Sibylle, Sie leiten zusammen mit Ihrem Mann eine große Gemeinde. Haben Sie sich Ihr Leben als junge Frau so vorgestellt?
Früher hat sich meine Mutter eher gewünscht, dass ich einen Arzt heirate, in einem schönen Haus wohne und ein bürgerliches Leben führe. Geträumt habe ich davon, Sängerin zu werden. Oder Tierärztin. Das waren meine Kindheitsträume. Als ich als Teenager zum Glauben kam, wollte ich Missionarin werden. Ich war auf jeder Missionskonferenz, habe in der Oberstufe Französisch gelernt und wollte nach Westafrika gehen. Ich hatte den starken Wunsch, Menschen von Jesus zu erzählen, weil ich als Teenager eine krasse Jesus-Begegnung gehabt hatte. Das wollte ich weitergeben. Die Diakonin, die mich als Teenager begleitet hat, wurde Missionarin in Taiwan. Sie war mein Vorbild. (…)

Zu zweit zu leiten ist bestimmt nicht immer einfach. Wie klappt das?
Wenn wir morgens die Augen öffnen, fangen wir an, über Gemeinde zu reden, und hören erst wieder auf, wenn wir abends die Augen zumachen. Das ist bei uns einfach so. Vielleicht auch deshalb, weil wir keine Kinder haben. Die Kirche ist unser Baby! Sie ist nicht nur Beruf, sondern Berufung.

Frauen in Leitungspositionen sind in manchen Kirchengemeinden ein heikles Thema. Welche Erfahrungen machen Sie damit?
Viele Jahre lang habe ich extrem darunter gelitten, dass ich nicht wusste, was meine Rolle als Frau in der Kirche ist. Früher habe ich als Lehrerin gearbeitet. Da war klipp und klar, was meine Rolle ist. Ich war die Leiterin. Ich hatte den Kindern etwas zu sagen, war auf einer Ebene mit den anderen Lehrern, war meinem Chef zugeordnet. Dort bin ich aufgeblüht, das hat zu mir gepasst. Dann kam ich in ein kirchliches Umfeld, in dem ich als Frau nicht stark sein durfte, nichts zu sagen hatte, den Mund halten und die Frau im Hintergrund sein sollte. So habe ich es zumindest wahrgenommen. Ich habe gemerkt: Das bin ich nicht. Und wenn die Leute das von mir erwarten, gehe ich ein. (…)

Text: Ellen Nieswiodek-Martin
Foto: Rahel Täubert
Dies ist ein Auszug aus dem Interview in Lydia 4/2019. Ein Video mit Sibylle Beck finden Sie hier.

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