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Arbeitslos? Nein, bei Gott gibt es immer etwas zu tun!

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„Diene mutig“ – diese zwei Worte wählte ich beim Ausscheiden aus dem Arbeitsleben für mich. Sie bedeuten, dass ich mich nicht mehr hinter meinen Minderwertigkeitsgefühlen und -gedanken verstecke, sondern mich Gott mit meinen Gaben zur Verfügung stellen möchte.

Gibt es bei Gott „Arbeitslose“? Ich glaube nicht! Gott fragt mich jeden Tag, ob ich ihm dienen möchte – er lässt mich das frei entscheiden. Es gibt keine Verpflichtung, keinen Vertrag, nur die Frage nach meiner Verfügbarkeit: ob ich mich ihm zu Verfügung stelle mit meiner Zeit, meiner Kraft und den Begabungen, die er mir geschenkt hat. Es besteht kein Arbeitsdruck, es gibt keine Umsatzzahlen oder Leistungen, die ich zu erfüllen hätte, oder Kontrollen, vor denen ich mich fürchten müsste.
Der große Weltenherrscher, Schöpfer, allmächtige Herr, Vater und König fragt mich, ob ich in seinem Reich dienen möchte. Und ja, das möchte ich! Ich will jeden Tag neu wie Samuel in 1. Samuel 3,10 sagen: „Sprich, deine Dienerin hört!“ Dann will ich aufstehen und mutig Schritte wagen in dem Wissen, dass er mich führen wird. Doch die Schritte gehen, meine Hand in seine legen und mich ihm anvertrauen, das muss ich selbst tun, das nimmt er mir nicht ab. Ich bin froh, dass er mich nicht packt und in eine Richtung schubst, sondern sanftmütig führt und einlädt, ihm zu vertrauen. Bei ihm brauche ich keine Angst vor einer Kündigung zu haben, denn er stellt mich jedes Mal neu in seinen Dienst, fragt nach mir und wartet auf meine Antwort.

Audienz beim König
So wie andere morgens zur Arbeit gehen, gehe auch ich am Morgen zu meinem König und sage ihm, dass ich bereit bin für das, was er mir aufträgt. Ich will ihn an diesem Tag mit meinem Dienst ehren und mutig gehorsam sein.
So ähnlich, wie wohl jeder mal am Sinn seiner Arbeit zweifelt, gibt es auch bei mir Tage, an denen ich an der Sinnhaftigkeit meines Handelns zweifle. Durch die lauten Stimmen um mich herum und meine zweifelnde Stimmung muss ich mich immer wieder fokussieren auf das, was er spricht durch sein lebendiges Wort voller Zusagen an mich. Ich sehe dann vor meinem inneren Auge, wie er mich ernst ansieht. Und dann höre ich, wie er mir aufzählt, wo seine Worte durch mich bei einem anderen Gehör fanden. Er hält mir das ein oder andere Bild von Menschen vor Augen: mein Nachbar, für den ich Mirabellen pflückte; die Verkäuferin, die ich anlächelte; die Reinigungskraft, der ich einen gehäkelten „Herzorden“ überreichte für ihren Dienst des Saubermachens.
Er zeigt mir die Regale, die ich im Welt-Laden auffüllte, das Etikettieren von Gegenständen, wodurch ich dazu beitrage, dass Menschen in anderen Ländern faire Lebensbedingungen erhalten. So viele Menschen und Situationen lässt er mich in meinem Inneren sehen, und immer fragt er: „Wenn du es nicht tust, wer tut es dann für mich?“ Dabei ist kein Druck in seiner Stimme, kein „Du musst“, sondern der Hinweis, dass ich wertvoll bin mit meinem Dienst für ihn und jede Tat für ihn kostbar ist.

Einzigartig und unverwechselbar
Zunächst sagt mein Minderwertigkeitsgefühl zu Gott: „Du hast so viele Menschen, die anderen Gutes tun, ja sogar offiziell als deine Diener eingesetzt sind – im Gottesdienst, in der Seelsorge oder in der Mission. Wer bin ich schon?“ Er sieht meine unausgesprochenen Gedanken und lässt mich in meinem Herzen klar und fest seine Stimme vernehmen: „Niemand kann es so tun wie du! Du bist einzigartig. Du tust es auf eine Art und Weise mit deinen Fähigkeiten, deinem Charakter, deiner Art, mit mir in Kontakt zu sein. Du lächelst die Menschen anders an als andere. Du sprichst, hörst anders. Und deshalb brauche ich dich. Ich benötige auch die anderen, denn sie tun es mit den Gaben, die ich ihnen gab, und in ihrer Einzigartigkeit, wie ich sie schuf – doch du bist ebenso einzigartig und nicht ersetzbar.“
Und dann kommt seine Frage wieder: „Willst du mir dienen, mit deinen Gaben, deinen Fähigkeiten, deinem Wesen und deiner Einmaligkeit – in meiner so vielfältigen Welt?“ Mich erfüllt tiefe Ehrfurcht! Denn wer bin ich, dass ich dem Höchsten dienen darf? Er beruft mich dazu und wartet sogar auf meine Antwort! Was für eine Ehre!
Ich möchte auf ihn hören und ihm mutig dienen mit dem, was er in mich hineingelegt hat, in einem Raum der Weite, der von ihm mit einer Atmosphäre der Wertschätzung, Liebe und Hoffnung erfüllt ist. Das ist eine Arbeitsatmosphäre, die mir guttut!
Mein Lohn? Es ist die Ehre, ihm dienen zu dürfen! Liebe, die mich umhüllt. Mut, den er mir schenkt. Seine Gegenwart, die mich beglückt. Seine Tür ist immer offen, damit ich ihn um Weisheit, Rat und Hilfe bitten kann. Auch das, was mich am Dienen hindert, hört er geduldig an, gibt Weisheit und schenkt Rat. Er ist immer ansprechbar.

Gebet um Gelassenheit
Was bedeutet es für Sie zu dienen? Vielleicht dienen Sie, ohne dass es Ihnen bewusst ist. Unterschätzen Sie nicht den Dienst der Freundlichkeit, der Hilfe und des Trostes. Für Gott gibt es keine Rangliste wichtiger und unwichtigerer Dienste – nur bei uns Menschen.
Kurz nachdem ich erkrankte, schrieb ich auf einen Zettel folgende Worte: „Gott, ich bitte dich nicht in erster Linie darum, gesund zu werden, sondern darum, dass ich lerne, zu deiner Ehre zu leben – und wenn du mich heilst, sage ich nicht Nein.“ Gesund zu werden wünsche ich mir noch immer. Doch noch mehr, weise zu leben und Gott zu ehren. Das ist etwas, das für mich nie an „gesund“ oder „krank“ gebunden sein soll.
Etliche Jahre später schrieb ich das folgende Morgengebet:

Gebet im Angesicht des Alltagsstresses

Jesus, ein Termin jagt den anderen
und jeder sagt, er sei wichtig!
Doch ist es wirklich so?
Mir erscheint dies nicht ganz richtig.

Hilf mir zu erkennen,
was wirklich nötig, edel, gut, hilfreich ist,
und dann gezielt auszuwählen
und zu benennen,
dann auch zu handeln.
Und nicht nur gestresst durch die Stunden und Tage zu rennen.

Hilf mir stets, nicht zu vergessen,
dass du der Wichtigste für mich bist!
Denn alles Tun wird nichts zählen –
sondern, wenn es ohne dich geschieht,
mich nur hetzen, stressen und auch quälen.

Was bleibt mir wirklich? Was hat Bestand?
Ich glaube, es ist das Wissen:
Ich bin von dir geliebt.

So lass mich weise diesen Tag aus deinen Händen nehmen,
und durch diesen Tag an deiner Hand gehen.
So werden sich nicht meine Sorgen mehren, sondern:
Mit dir gelebt und von dir als Geliebte möchte ich leben!

Dies ist mein Begehren:
Dieser Tag, er soll dich ehren!
Jeder Tag in meinem Leben,
er soll dir die Ehre geben!

Was auch immer kommt und geschieht:
Ehre sei dir! Denn ich bin von dir unendlich geliebt!
Das gilt heute und jeden weiteren Tag –
Egal, was mich erwartet, was auch kommen mag.
Deine Liebe steht fest –
du, der du mich nicht verlässt!

Alle Ehre sei für immer dein!
Mein Leben ist in dir –
und der Himmel und die Erde bezeugen es mir:
Die Ehre ist sein!

Veröffentlicht am 20. Oktober 2021

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