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Annegret Köhler

Spuren im Schnee

Der fünfzehnte Geburtstag unserer Tochter Johanna ist nicht nur mir, sondern auch ihr unvergesslich geblieben. Weil Johanna davor längere Zeit schwer krank und dadurch geschwächt war, wollte ich ihr eine besondere Freude bereiten. Ich fragte sie im Vorfeld, was sie gern an diesem Tag unternehmen möchte. „Ich würde sehr gern mit dir in der Sächsischen Schweiz wandern gehen“, antwortete sie. Als Familie lieben wir dieses besonders reizvolle kleine Mittelgebirge mit den markanten Felsen und Sandsteinen. Auch im Winter kann so manche Wanderroute dort ihren Reiz haben. Aufgrund von Johannas Verfassung suchten wir eine kleine Wandertour mit vielen schönen Aussichten, welche die Seele erfreuen – wir wollten auf den Pfaffenstein.

Am Geburtstagsmorgen im Januar hatte es bei uns zu Hause etwas geschneit. Einen Tag zuvor war alles noch trocken und man konnte das Grün des Grases sehen. Aufgrund der Tatsache, dass unser Haus auf etwa 430 Metern Höhe liegt und die Sächsische Schweiz meist nicht so hoch ist, machte ich mir keine Sorgen. Ich bat Gott wie jeden Morgen um seinen Schutz, bevor wir losfuhren. 

Am Fuße des Pfaffensteins lag schon etwas mehr Schnee, sodass es aussah wie Puderzucker. Es schneite jedoch nicht. Wir freuten uns, endlich aus dem Auto aussteigen zu können und wanderten warm eingepackt los. Wir wollten den steilen Weg als Aufstieg und den sanfteren und breiteren als Abstieg nehmen. Als wir auf dem Weg nach oben die Treppen und Stufen hinaufstiegen, bemerkten wir, dass die Schneeschicht um uns herum immer dicker wurde. Etwa auf halber Höhe kam uns ein alter Mann entgegen. Johanna und ich wunderten uns, an einem Freitagvormittag mitten im Winter bei diesem Wetter dort jemanden zu treffen. Auch dieser alte, freundliche Mann sagte zu uns: „Und ich dachte, ich bin hier heute allein unterwegs!“ Er rief uns dann noch hinterher, dass wir den sanfteren Weg hinten als Abstieg wählen können, wo er herkäme –genau so, wie wir es uns vorgenommen hatten.

Als Johanna und ich oben auf dem schönen Pfaffenstein ankamen, mussten wir feststellen, dass hier die Schneedecke einige Zentimeter betrug. Man konnte keine Unebenheiten, Spalten oder Kluften erkennen, weil alles wie eine weiße Decke aussah. Mir wurde auf einmal bewusst, in welch gefährlicher Lage wir uns befanden. Auch wenn wir schon öfter dort waren, so kannten wir doch nicht jeden Pfad auswendig. Sollten wir lieber wieder umkehren? Johanna und ich beteten, dass Gott uns beschützen und führen möge. 

Da fielen uns die Spuren des alten Mannes im Schnee auf, die uns sicher über den Berg zum sanften Abstieg führten. Wir konnten zwar nicht alle schönen Ausblicke „mitnehmen“, dafür kamen wir aber wohlbehalten auf den breiteren, ungefährlicheren Weg nach unten.

Als wir auf diesem sicheren Weg waren, stellten wir verdutzt fest, dass es auf einmal keine Fußspuren mehr gab. Alles war unberührt weiß. Wir gingen noch einmal zurück, um nachzusehen, ob es vielleicht einen anderen Weg gäbe, den wir womöglich noch nicht kannten. Aber wir fanden keine Spuren woanders hin. Sie endeten – beziehungsweise begannen – einfach dort, wo es ungefährlicher war. Wie konnte das sein? Der alte Mann sagte doch, dass er von dem breiten Weg herkäme. Johanna und mir war plötzlich klar: Das konnte nur ein Engel gewesen sein!

Dieser Ausflug wird wohl ewig in unserer Erinnerung bleiben. Johanna muss beim Rückblick an dieses Erlebnis besonders an das Lied „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“ denken. Und ich als Mutter denke dabei dankbar an die Bedeutung des Namens „Johanna“ –  Gott ist gnädig! 

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1 Kommentar

Vielen Dank für die ermutigende Geschichte!

Ursula
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Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

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