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Carolin Schmitt

Liebe braucht keine Worte

Montagmorgen, vor ziemlich genau zwei Jahren. Ich bin müde, da wir gestern Abend spät von einem Kurzeinsatz mit der Bibel- und Missionsschule „Gospeltribe“ aus Kairo zurückgekommen sind. Es war das erste Mal, dass wir uns als Familie auf dieses Wagnis eingelassen hatten, zu viert bei einem Einsatz dabei zu sein. Obwohl er im Vorfeld immer wieder umkämpft war –  mit Krankheit, Ablehnung der Schulbeurlaubung und ähnlichen Hindernissen – können wir rückblickend einstimmig sagen, dass die Zeit in Kairo für die ganze Familie ein großer Segen war. 

Zum einen war es eine wertvolle Erfahrung, als Familie gemeinsam für die Sache Gottes unterwegs zu sein und zu erleben, dass viele Dinge im deutschen Alltag eigentlich unwichtig sind und man auf Vieles verzichten kann, wenn man gemeinsam ein Ziel vor Augen hat. 

Zum anderen erlebten wir, dass allein unser Interesse an den ägyptischen Geschwistern bereits für große Freude sorgte und die Christen unseren Besuch als große Ermutigung empfunden haben. So konnten wir als Team beispielsweise in einer kleinen christlichen Gemeinde mitten in Kairo die Kinderstunde gestalten. Noch bei der Hinfahrt meinten unsere Jungs, dass sie doch gar nichts beitragen könnten und gar nicht wüssten, was sie machen sollen, da sie kein arabisch sprechen. Ich beruhigte sie und sagte, dass sie einfach abwarten sollen und Gott schon einen Plan mit ihnen hat. 

Nachdem dann ein Mitarbeiter aus unserem Team die Andacht gehalten hatte, gingen wir mit den Kindern auf die große „Dachterrasse“ des Gemeindegebäudes (die Häuser schließen nach oben mit einer einfachen, steinigen Fläche ab), um zu spielen. Ein Fußball lag herum und innerhalb von Sekunden waren unser Söhne umzingelt von einer Kinderschar, die mit ihnen Fußball spielen wollte. Sie riefen: „Germany against Egypt!“ Es brauchte keine weiteren Erklärungen und die Kinder spielten bis in die Abendstunden Fußball – von Sprachhürden keine Spur, denn es waren keine Worte nötig. Mir fielen in diesem Moment die Worte von Nelson Mandela ein: „Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Er hat die Kraft, zu inspirieren. Er hat die Kraft, Menschen zu vereinen, wie es sonst nur weniges kann. Sport kann Hoffnung erwecken, wo vorher nur Verzweiflung war.“ 

Für uns war jeder Tag ein kleines Wunder, dass Gott mit so wenig Einsatz unsererseits immer wieder für Segen sorgen konnte. Wir spürten Gottes Herzschlag für Ägypten und bekamen einen neuen Blick auf dieses Land, seine Geschichte und seine Bewohner. Eines wurde uns allen klar: Zeit zu schenken und Beziehungen zu den Menschen aufzubauen ist der Weg, um Gottes Liebe weiterzugeben – egal, ob wir die Sprache des anderen sprechen oder ob wir einfach nur anwesend sind, ein Lächeln schenken, die Hand halten oder mit ihnen spielen. 

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1 Kommentar

Zu dem Artikel von Carolin Schmitt "Liebe braucht keine Worte" möchte ich noch hinzufügen, dass neben Sport auch die Musik Menschen verbinden kann auch über Ländergrenzen hinweg.
Schön, dass Frau Schmitt diesen Einsatz in Ägypten mit ihrer ganzen Familie durchführen konnte auch nach anfänglichen Schwierigkeiten!

Magdalena Müller
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