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Melanie Pongratz

Dem Abenteuer entgegenlachen

Fliegen. Das ist wirklich ein Phänomen. Wann immer ich am Flughafen sitze und durch die großen Fenster im Wartebereich auf die Abflugbahn schaue, frage ich mich, wie genau das eigentlich funktioniert. Und warum funktioniert es? Ich kann auch nicht einfach eine Straße entlang rennen, mit ausgestreckten Armen, und dann diagonal gen Himmel aufsteigen! Und ich bin definitiv leichter als ein Flugzeug. Während mein Physiklehrer jetzt wahrscheinlich mit Worten wie „Aerodynamik“ und „Luftwiderstand“ um sich werfen würde, staune ich weiter. Und wenn ich dann selbst im Flugzeug sitze, ist es umso faszinierender: blauer Himmel, Zuckerwattewolken, Bergketten und weite Ozeane. Überwältigend schön und so beeindruckend.

Vor ein paar Wochen saß ich selbst mal wieder im Flieger. Es war einer der windigsten Tage, die ich seit langem erlebt hatte. Das Flugzeug bahnte seinen Weg durch stürmische Wolken hoch nach oben und ich wiegte mich, weit über den Wolken, ein wenig in Sicherheit.

Bis zu dem Moment, als wir zum Landeflug ansetzten. Das Flugzeug war schnell, der Wind war schneller, die Luftlöcher groß, mein Magen durchgedreht und meine Handknöchel weiß. Im Wind schunkelten wir ziemlich rasant, wie ich fand, gen Landebahn. Nervös saß ich da und wartete auf den Moment, in dem die Flugzeugräder auf die Landebahn aufdonnern würden. Im ganzen Flugzeug war die Stimmung wie mancher Bizeps am Strand: unnötig angespannt. Mit einem festen Schlag setzten wir auf den Boden auf.

Während ich gedanklich damit beschäftigt war, dem Piloten beim Bremsen zu helfen, fing genau in diesem Moment ein kleiner Junge zwei Reihen vor mir an zu lachen. Sein Lachen wurde immer lauter, immer glucksender, bis kaum einer im Flugzeug, inklusive mir, sich mehr zurückhalten konnte und mitlachte. Alle Anspannung löste sich und ehe ich mich versah, waren wir schon am Gate angekommen.

Heute noch bewegt mich diese Landung, wenn ich darüber nachdenke. Während ich mir zehntausend Flugbruch-Szenarien ausmalte, genoss dieser kleine Junge das Abenteuer und sogar die holprige Landung. Was für mich purer Stress war, war für ihn ein riesen Spaß. Gleiches Flugzeug. Gleiche Szene. Zwei vollkommen unterschiedliche Wahrnehmungen.

Wie oft gehe ich durchs Leben – angespannt, gestresst – und spiele die zehntausend Gründe durch, wieso mein Vorhaben scheitern oder ich versagen könnte! Wieso alles potenziell absturzgefährdet ist. Dabei vergesse ich, dass es jemanden gibt, dem ich doch mein ganzes Leben anvertraut habe und der es sehr zielsicher steuert. Jemand, bei dem ich alle Ängste abgeben kann. Und selbst, wenn mich das Leben rüttelt und schüttelt, kann ich einfach lachend dem Abenteuer Leben entgegenschauen, weil ich weiß, dass Gott meinen Lebensflug besser in der Hand hat, als jeder Lufthansa-Pilot.

Also wie wäre es, wenn wir das einmal ausprobieren und jedem Sturm mit vor Abenteuerlust strahlenden Augen und einem lauten Lachen entgegenblicken? Und wer weiß? Vielleicht zieht das nicht nur unseren Anspannungsstöpsel, sondern unser gesamtes Umfeld kann nicht anders, als selbst völlig losgelöst und befreit mitzulachen.

Melanie Pongratz bloggt auf herzensfreundinnen.de über Lebens- und Glaubensfragen, die Frauen bewegen.
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Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

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