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Esther Lieberknecht

Beschenkt im Heute

Unser Enkel hatte bald seinen Sechsten Geburtstag. Für ihn war es ein großes Ereignis. Man hatte das Gefühl, das größte seines Lebens. Jeden Tag fragte er, wie oft er noch schlafen müsse. Eine Woche vorher kam er dann mit einer plausiblen Erklärung, dass man Geburtstagsgeschenke auch schon früher bekommen kann. Die Mama habe ihm erklärt, dass man den Geburtstag aufteilen und öfter feiern kann. Er feiere ja mit seinen Freunden am Freitag und mit der Familie erst zwei Tage später. Wenn das die Mama sagte, musste das ja stimmen.

So fragte er, ob er heute schon seinen Geburtstag mit uns feiern und sein Geschenk bekommen könnte. Das Argument, dass er dann an seinem Geburtstag ein Geschenk weniger bekommen würde, zählte nicht. Oma und Opa hielten Oma-und-Opa-Rat ab. Die feste Überzeugung des Jungen tat seine Wirkung bei den Großeltern. Sie ließen sich überzeugen, dass jetzt, genau in diesem Moment, der richtige Zeitpunkt für das Geburtstagsgeschenk war.

Opa nahm die Leiter und holte das Geburtstageschenk vom Schrank – dass es nicht eingepackt war, tat der Sache keinen Abbruch. Mit großen, glücklichen Kinderaugen wurde der ersehnte Roller ausgepackt. Die Geburtstagsfeier bestand darin, dass Enkel und Opa zwei Stunden glücklich am nahen Park verbrachten.

Können auch wir so überzeugend sein bei Gott mit unseren Wünschen und Bedürfnissen, wie dieser 6-jährige Junge? Aus welchen Gründen auch immer meinen wir: „Jetzt ist noch nicht die Zeit zum Feiern. Jetzt habe ich nicht das Recht auf Gottes Zuwendung.“ Sind nicht wir es häufig selbst, die sich auf bestimmte Termine festlegen, wo dieses oder jenes eintreffen darf?

Kinder erwarten ihr Geschenk in dem Moment, wenn sie daran denken. Sie sind fest davon überzeugt, es auch zu bekommen. Sie wissen, dass Oma und Opa ein Herz voller Liebe haben. Sie leben im Heute. Vom „Heute“ ist auch in der Bibel des Öfteren die Rede. Wie unsere Kinder dürfen wir im Hier und Jetzt leben, Gott unsere Wünsche bringen und uns überraschen lassen, wenn er uns schon vor unserem Geburtstag Geschenke macht. Heute will er sein Herz voller Liebe für mich ausschütten. Dafür möchte ich bereit sein.

Noch etwas haben wir gelernt: Geburtstaggeschenke für Enkel oder Kinder sollte man rechtzeitig besorgen – der Geburtstag könnte vorverlegt werden.

 

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6 Kommentare

Danke, das geht mir direkt ins Herz. Es ist genau das, was ich gerade gebraucht habe!

Edith

Und es gibt auch zwischendurch Geschenke, mit denen wir nicht rechnen! Denn Oma +Opa haben meistens was in der Süßigkeitenlade oder einen Zuschuss zum Taschengeld. Gott beschenkt uns auf so vielfältige Weise, wir müssen es nur erkennen.

Manuela

Diese Geschichte ist schön. Kleine Probleme habe ich mit dem 'das-Geburtstagsgeschenk-sofort-haben-wollen'. In der Bibel steht, dass es für alles die richtige Zeit gibt', d. h. auch für ein Geburtstagsgeschenk. Eine Kleinigkeit aus dem 'Oma-Opa-Schrank' hätte vorm Geburtstag auch gereicht... Liebe Grüße, Mama Kasia.

Kasia

Liebe Kasia,
Ja, du hast recht, etwas Frustationstoleranz dürfen die Kleinen lernen. Es ist gut möglich, dass wir in diesem Moment selbst keine hatten. "Nicht alles sofort haben können" ist etwas was Kinder und auch Erwachsenen immer wieder lernen müssen. Allerdings darf es auch einmalige Situationen geben, wo wir alle guten Ratschläge Ratschläge sein lassen und intuitiv agieren dürfen. Liebe Grüße Esther Lieberknecht

Esther Lieberknecht

Vielen herzlichen Dank für diesen ermutigenden, mutigen Text und die schöne Geschichte dahinter. Für Gottes Liebe, mit der er uns überschütten möchte, ist der richtige Zeitpunkt immer das jetzt hier und heute! Danke dass Sie das so schön herausgestellt haben.

Beate

Auch ich finde die Geschichte sehr amüsant.
Und die Kommentare dazu, sehr bereichernd.

Zum Ende hin dachte ich an unseren Vater im Himmel,
der sich über die Maßen freut, wenn wir mit ihm reden.
Und unser Herz so, vor ihm ausschütten.

Jutta Müller
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Alltagswunder

Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

Auf unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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