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INFOS

Sina Hottenbacher

Perspektivwechsel

Der Himmel weinte bitterlich an jenem Nachmittag. Dicke Tropfen fielen in stetigem Staccato auf meine Windschutzscheibe. Meine Scheibenwischer versuchten, den nicht enden wollenden Wasserstrom wegzuwischen. Und auch mir liefen dicke Tränen über die Wange und trübten meine ohnehin schon schlechte Sicht weiter.

In den zurückliegenden Wochen hatten sich gleich zwei Schreckensnachrichten über mir entladen wie dicke Gewitterwolken: Meine Oma erhielt die Diagnose Krebs und auch bei mir wurde etwas Auffälliges gefunden, bei dem zunächst ein Tumor nicht auszuschließen war. Schock. Verzweiflung. Angst. Und Anklage. Wo war Gott in dieser schwierigen Zeit? Warum fühlte ich mich so von ihm im Stich gelassen?

Aber Trauer und Verzweiflung waren nicht der Grund, warum ich in diesem Augenblick weinte. Nein, seit Wochen flossen das erste Mal Tränen der Erleichterung. Denn Gott hat zu mir gesprochen! Dreimal in Folge hat er sich mir gezeigt. Zuerst tags zuvor im Gottesdienst, als es in der Predigt um den Vers „Ein jeder trage des anderen Lasten“ (Galater 6,2) ging. Schon da regte sich etwas in meinem Herzen. Erst nur sachte und leise. Aber ich spürte bereits, dass Gott versuchte, zu mir durchzudringen.

An diesem regnerischen Tag wurde er dann noch deutlicher. Morgens sprach er durch eine Andacht zu mir und sagte unmissverständlich: „Kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid“ (Matthäus 11,28). Und als sollte das noch nicht ausreichen. Auf der Fahrt sang Josh Wilson im Radio davon, dass wir uns nicht die Sorgen von morgen borgen sollten.

An der Situation hatte sich nichts verändert. Noch immer regnete es. Noch immer standen da diese Diagnosen im Raum. Aber in mir hatte plötzlich ein Perspektivwechsel stattgefunden. Ich wusste mit absoluter Gewissheit: Gott hatte mich nicht verlassen. Tatsächlich sprach er in dieser schwierigen Situation so deutlich und liebevoll zu mir, wie selten zuvor. Er zeigte mir: Ich bin dir nahe. Diese neue Gewissheit reinigte meine Seele, stärkte mich und ließ in mir von neuem Kraft und Dankbarkeit aufblühen.

Nun, einige Monate nach diesem regnerischen Nachmittag, weiß ich: Der Moment in meinem Auto bei strömenden Regen – er war mein Alltagswunder. Und das Wunder ging weiter: Meine Oma ist nach einer Operation aktuell krebsfrei und der Knoten, der bei mir gefunden wurde, hat sich als gutartig herausgestellt. So schwer diese Zeit auch war, ich danke Gott, dass er in meine Angst gesprochen und mich aufgerichtet hat, als ich es am nötigsten brauchte.

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Alltagswunder

Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

Auf unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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