Lieder und Liebesbeweise

Interview mit Mia und Juri Friesen

 

 

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Mia Friesen hat schon als Kind im Gottesdienst gesungen. Die 35-jährige Sängerin der „Outbreakband“ will anderen helfen, durch Musik mit Gott in Verbindung zu kommen. LYDIA hat mit ihr und ihrem Mann Juri darüber gesprochen, wie Lobpreis ihr Leben prägt. Außerdem verrät sie, warum sie viele Jahre gebraucht hat, um Frauenfreundschaften in ihrem Leben zuzulassen.

Mia, wie lange machen Sie schon Musik?
Mia: Mit dreizehn Jahren habe ich angefangen, in unserer Gemeinde im Lobpreisteam zu singen. Ich habe auch Gitarre gelernt, aber das nutze ich nur privat.

Heute singen Sie in der „Outbreakband“, einer deutschen Lobpreisband. Woher kommt der englische Name?
Mia: Bei der Bibelschule, auf der mein Mann Juri und ich waren, gab es einen Jugendtag, das „Outbreak“. Dafür brauchten sie eine Band. Da Juri als Musikverantwortlicher angestellt war, gründeten wir mit sechs Leuten eine Band, die auf dieser Veranstaltung spielen sollte. Den Namen haben wir dann adoptiert.

Haben Lobpreismusiker eine engere Verbindung zu Gott als andere Menschen?
Mia: Songwriting ist nicht so romantisch, wie viele es sich vorstellen. Ich erlebe es als harte Arbeit. Die meiste Inspiration kommt aus dem Wort Gottes, der Bibel. Dann versuche ich, meine Erfahrungen, meine Gedanken und meine Sicht auf Gott einzubringen. Kreativität ist gefragt, aber auch Handwerk. Man muss sich hinsetzen und dran arbeiten.

Kennen Sie Zeiten, in denen Sie sich weit weg fühlen von Gott?
Mia: Eine schlimme Phase hatte ich als Jugendliche. Damals hatten mich Freunde aus der Gemeinde sehr verletzt und ich habe mir gesagt: Wenn ich von christlichen Freunden so enttäuscht werde, dann baue ich lieber auf die in der Schule. Das war der erste Schritt weg von der Gemeinde. Ich kam mit Dingen in Kontakt, die nicht gut für mich waren. Aber Gott hat mir vergeben, und deshalb kann ich ohne schlechtes Gewissen durchs Leben gehen. Diese Erfahrung hat mir zum ersten Mal bewusst gemacht: Mein Glauben, meine Heilsgewissheit sind unverdient. Es ist allein Gnade, die mich hierhergebracht hat. (…)

Was bedeutet Lobpreis für Sie persönlich?
Mia: Der größte Teil von Lobpreis bedeutet für mich, meinen Alltag so zu gestalten, dass er Gott gefällt. Aber die ganz besonderen Momente, die Gott und mich miteinander verbinden, erlebe ich ausschließlich im Zusammenhang mit Musik. Einmal habe ich es erlebt, dass er mein Herz ganz arg geheilt hat, als ich zerbrochen war. Ich finde durch die Musik einen starken Zugang zu Gott.

Ihre Lieder werden heute in vielen Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen gesungen. Hat das bei Ihnen etwas verändert?
Mia: Wir schreiben Lieder nicht, um uns zu präsentieren. Was wir tun, das tun wir, weil wir Menschen eine Plattform geben möchten, wo sie Gott begegnen können. (…)

Gibt es auch Tage, an denen Ihre Aufgabe Ihnen schwerfällt?
Juri: Vor einigen Monaten hatte ich einen Autounfall. Ich war schuld. Das war ein Schock und hat mich aus der Bahn geworfen. Es war Samstagabend und ich sollte am Sonntag Lobpreis leiten. Da war für mich die Frage, ob ich diese Aufgabe wirklich machen kann. Ich habe mit meinem Pastor und anderen Bandmitgliedern gesprochen. Am Sonntag habe ich dann Lobpreismusik gespielt und meinen Unfall nicht zum Thema gemacht. Im Fokus stand für mich: Ich diene der Gemeinde; das Thema ist dafür nicht wichtig. Ich glaube, gerade das ist Lobpreis. Ich musste mich entscheiden, Gott trotzdem anzubeten. Trotzdem zu dienen. Trotzdem zu helfen. Vielleicht hat Gott das mehr gefallen, als wenn ich abgesagt hätte.
Je schwieriger die äußeren Umstände sind, desto wertvoller ist die Entscheidung, Gott trotzdem anzubeten. Sich trotzdem auf Gott einzulassen. Wir sehen, was um uns herum passiert, und sind vielleicht frustriert. Wenn wir uns auf Gottes Perspektive einlassen, können wir ein viel größeres Bild sehen. (…)

Ellen Nieswiodek-Martin
Dies ist ein Auszug aus dem Interview in LYDIA 2/2018.

     

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