Weihnachtsgefühle

 

 

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Das bevorstehende Weihnachtsfest löst bei Menschen die unterschiedlichsten Gefühle aus. Oft haben wir eine bestimmte Vorstellung davon, wie das Weihnachtsfest sein muss, damit es „richtig“ ist, und laufen damit Gefahr, das richtige Weihnachtsfest zu verpassen …

Weihnachten feiern bedeutet, ein geschmücktes Haus, festliche Kleidung und eine knusprige Gans mit Kloß und Rotkohl im Kreise der Familie zu genießen. Danach geht es in wunderbarer Harmonie ans Geschenke-Auspacken. Jeder bekommt das, was er sich sehnlichst gewünscht hat (ohne dies vorher konkret geäußert zu haben). Die Kinderaugen strahlen, die Erwachsenen vergießen ein paar Tränen, weil sie sich so über die Freude der Kinder freuen. Vom Plätzchenteller wird gesittet genascht. Danach spielen die Kinder friedlich zusammen und die Erwachsenen genießen den Frieden bei tiefen Gesprächen und einem knisternden Kaminfeuer.
So oder so ähnlich muss Weihnachten ablaufen, damit es „richtig“ ist. Das suggeriert uns zumindest die Werbung. Dieses Bild versuchen wir zu erreichen, an diesem Bild messen wir unser Weihnachten, an diesem Bild leiden wir, scheitern wir, drohen wir zu zerbrechen. Weihnachten ist so gefühlsbeladen geworden, dass das echte Leben nicht mehr mithalten kann.

Wie gehen Sie auf Weihnachten zu?

-    Mit Gefühlen der Einsamkeit, weil Weihnachten „das Fest der Familie“ ist und Sie keine Familie haben? Sie wissen nicht, womit Sie die Zeit verbringen sollen. Eine Zeit, in der man sich nur schwer ablenken kann.
-    Mit Gefühlen der Trauer, weil Sie einen geliebten Menschen verloren haben und es das erste Weihnachtsfest ohne diesen Menschen ist?
-    Mit Gefühlen der Angst, weil Sie vom Arzt eine schlimme Diagnose bekommen haben und es vielleicht das letzte Weihnachtsfest ist, das Sie erleben?
-    Mit Gefühlen der Sorge, weil Ihr Arbeitsplatz gefährdet ist oder Sie ihn schon verloren haben und nicht wissen, wie es weitergehen soll?
-    Mit Gefühlen der Verunsicherung, wie es mit dieser Welt weitergehen wird angesichts der globalen politischen Entwicklungen?
-    Mit Gefühlen der Hoffnungslosigkeit, weil es keine Aussicht auf ein besseres, friedlicheres Fest als in den letzten Jahren gibt?

Der Kern von Weihnachten

Egal, mit welchen Gefühlen Sie auf Weihnachten zugehen: Sie dürfen so fühlen! Sie müssen sich nicht verbiegen, damit Weihnachten „richtig“ ist. Der Kern von Weihnachten ist kein harmonisches Fest. Der Kern von Weihnachten ist Gott, der sich selbst in eine gefallene, problembeladene, verunsicherte Welt hineingibt und in Jesus Mensch unter Menschen wird.
Meine Entdeckung ist: Es geht bei Weihnachten weniger um unsere Gefühle – es geht vielmehr um Gottes Gefühle! Es gibt Weihnachten, weil Gott sich über eine Welt, die von ihm nichts wissen will, erbarmt. Es gibt Weihnachten, weil Gott den Schmerz, die Verlorenheit und Zerbrochenheit der Menschen sieht und ihnen eine neue Perspektive – und darüber hinaus ein neues Leben – schenken möchte. Es gibt Weihnachten, weil Gott voller Liebe zu seinen Geschöpfen ist und ihnen zeigen will, was er für sie empfindet.
Gott wird in Jesus Mensch, damit wir an ihm erkennen, wie Gott ist. Gott wird in Jesus Mensch, damit keiner sagen kann: „Gott ist so weit weg, er kann gar nicht verstehen, wie es mir geht.“ Gott kennt unsere Gefühle, weil er sie in Jesus selbst durchlitten hat.

Von der Krippe zum Kreuz

Jesu irdischer Weg beginnt in einer Futterkrippe an Weihnachten und endet an Karfreitag an einem Kreuz. Beides nicht gerade Verhältnisse oder Situationen, die ich bevorzugen würde. Jesus ist diesen Weg gegangen, damit wir Menschen gerettet werden: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat“ (Johannes 3,16). Dieser Jesus ist mir zum Retter geworden und er möchte auch Ihnen zum Retter werden. Das kann und wird er, wenn Sie ihm Ihr Leben anvertrauen und so zum Kind Gottes werden.
Vor diesem Hintergrund dürfen wir Weihnachten feiern – mit all unseren Gefühlen, unserem Zerbruch, mit unseren Fragen, unserem Leid, unserem Nichtverstehen. Wir sind nicht vergessen oder verlassen. Wir sind nicht allein. Wir alle dürfen uns bergen in dem Namen, den Jesus trägt: „Immanuel – Gott mit uns!“ (Jesaja 7,14; Matthäus 1,23). Das gilt für dieses Weihnachtsfest und für Zeit und Ewigkeit. Das ist Weihnachten!

Astrid Harbeck ist Sekretärin des Landesverbandes Bayern im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland.

Veröffentlicht im November 2017

     

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