Montagsgedanken

Ein dankbares Herz

Montagmorgen. Mit mehr oder weniger Schwung springe oder krieche ich aus dem Bett und gehe die neue Woche an. Am Abend zuvor habe ich mit einem intensiven Blick auf den Kalender meine eigenen Termine, die meiner Kids, die meines Mannes und inzwischen auch die meiner Schwiegereltern geprüft und dementsprechend den Ablauf der einzelnen Tage geplant. Da ich freiberuflich als Autorin arbeite, ist es für mich unumgänglich, strukturiert und diszipliniert Schreibzeiten einzuplanen und auch einzuhalten. So weit, so gut, wäre da nicht der Alltag, denn der richtet sich in den seltensten Fällen nach meinen Plänen.
Im Grunde weiß ich doch, dass immer etwas dazwischenkommen kann! Wie oft wurde mein Konzept wegen eines nicht vorhersehbaren Ereignisses über den Haufen geworfen, sei es, dass eines der Kinder unter Übelkeit leidet oder das Auto nicht anspringt. Und wie reagiere ich? Mit einem Schulterzucken und einem Lächeln? Leider nein. Ich rege mich auf. Über mich und andere, über Dinge, die ich weder beeinflussen noch ändern kann und die doch zum Leben dazugehören. Ich gerate in eine Stimmungslage, die oft genug nicht nur mir den Tag verdirbt.
Vor einigen Tagen war es mal wieder so weit. Ich saß in meiner Schreibstube und starrte die Tastatur an, obwohl ich eine romantische Szene schreiben wollte. Aber ich war einfach zu genervt. Genervte romantische Szenen kommen bei den Lesern nicht gut an. Demnach stand fest: Die heutige Schreibphase war vorbei. Eher nebenbei schlug ich das Andachtsbuch auf, das auf meinem Tisch lag, und las: „Präge meine Gedanken und schenk mir ein dankbares Herz.“ Ein dankbares Herz. Warum durchkreuzen ein krankes Kind und ein trotziges Auto meine Pläne? Weil ich mit fünf wunderbaren Kindern beschenkt worden bin und ein Auto haben darf!
Da wurde mir klar, dass ich meine Gedanken weg von dem Negativen, das sie niederdrückte, auf das Gute lenken musste, das mir geschenkt ist. Mit Dankbarkeit im Herzen, gerade auch für die kleinen Alltagsdinge, ertrage ich Unangenehmes viel leichter. Also habe ich nach meiner Wochenplanung am folgenden Sonntagabend Gott gebeten: „Präge in der nächsten Woche meine Gedanken und schenk mir ein dankbares Herz.“ Und was soll ich sagen: Es hat funktioniert!
Genau zwei Wochen lang! Aber wie so vieles im Leben ist auch das ein Übungsfeld. Jetzt steht dieser Spruch auf einer Tafel in meinem Arbeitszimmer und erinnert mich daran, dass über den Haufen geworfene Pläne auch bedeuten, dass ich vielfältig beschenkt bin und dass ich nicht das Opfer bedrückender Gedanken sein will. Denn: Geänderte Pläne sind nicht immer nur von Nachteil. Mal ganz abgesehen davon, dass sie unser Leben spannend und abwechslungsreich machen, weiß Gott einfach besser, was gut für uns ist.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine dankbare und spannende Woche!

Elisabeth Büchle

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