Muttertag –ein Tag wie jeder andere?

 

 

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„Bald ist Muttertag!“, verkündet ein Schild im Schaufenster eines Blumenladens. Dahinter verbirgt sich eine gewaltige Galerie an Sträußen, Glückwunschkarten und niedlichen Kleinigkeiten. Alles zur „Ehre der Mütter“.

Seit 1923 feiert Deutschland Muttertag, und an jenem Maiwochenende klingeln die Kassen der Floristen wie sonst nie im Jahr. Aber was bedeutet uns Müttern dieser Tag tatsächlich? Und wie viel Anerkennung erhalten Mütter heutzutage? Um mich auf den Tag einzustimmen, frage ich zunächst meine sechsköpfige Familie nach ihrer Meinung. Die Antworten reichen von: „Da sind alle Mütter geboren“, bis: „Das ist der Tag, an dem man feiert, dass die Mutter so viel macht.“

Ein Fulltime-Job

Falls Sie Kinder haben, wissen Sie selbst am besten, wie vielschichtig, abwechslungsreich und herausfordernd die Aufgaben einer Mutter sind. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Muttersein niemals endet. Selbst wenn die Kleinen erwachsen sind, bleiben sie in unseren Herzen unsere Kinder, um die wir uns sorgen, an deren Leben wir Anteil nehmen und die wir beschützen wollen. Gern möchte ich hier auch die – vielleicht kinderlosen – Tanten, Patentanten und Nachbarinnen mit ins Boot nehmen, die durch ihre Mithilfe großen Anteil am Leben unserer Kinder haben. Denn für sie gibt es in dem Sinne keinen „Muttertag“.

Einerseits ist für mich jeden Tag Muttertag, weil ich immer Mutter bin – egal, ob ein Feiertag ansteht oder „normaler“ Alltag herrscht mit all seinen Anforderungen, Freuden und chaotischen Situationen. Andererseits ist es schön, einen Tag zu haben, an dem besonders an die Mütter gedacht wird. Ich freue mich, wenn meine Kinder sich etwas einfallen lassen, basteln, schreiben, singen oder einfach nur Danke sagen. Aber wäre es nicht traurig, wenn sie das nur an diesem einen festgelegten Tag machten? Ich empfinde doch jede Umarmung als Glück, jedes gemalte Bild, alles Gebastelte, jedes Dankeschön, das ich unabhängig von diesem Tag geschenkt bekomme.

Zukunft prägen und gestalten

Eigentlich freue ich mich über spontane Zeichen von Zuneigung noch viel mehr. Denn sie sind ungezwungene Überraschungen, um mir etwas Gutes zu tun.
Aber wie sieht es mit der Anerkennung meines Mutterseins in der Gesellschaft aus? Ich wäre sehr froh, wenn ich nicht nur als die Erzeugerin der nächsten Renteneinzahlungsgeneration angesehen würde. Außerdem möchte ich gern erleben, dass Anerkennung nicht ausschließlich im Berufsleben zu finden ist. Muttersein ist immerhin – je nachdem, wie viele Kinder im Haushalt leben – ein zweifacher, dreifacher, vierfacher Fulltimejob. Zudem wird das Wichtigste bei allem Diskutieren über die Rolle der Mütter in der Gesellschaft leider oft übersehen: Es ist ein wunderbarer Job!

Kinder zu lieben und von ihnen geliebt zu werden ist einzigartig. Sie mit unseren Werten zu prägen ist ein Vorrecht. Junge Menschen – die Hoffnung und Zukunft unseres Landes! – bei den ersten Schritten ihres Lebenswegs zu begleiten ist ein Geschenk, etwas phänomenal Großartiges und Bleibendes. Deshalb finde ich Muttersein trotz aller Kämpfe, Sorgen und Schwierigkeiten wunderbar. Mit Kindern zu leben ist wie eine Reise ins Unbekannte. Es übertrifft allen Nervenkitzel von Bunjee-Jumping; jedes Glücksgefühl, ein extravagantes Auto zu fahren; jede Herausforderung und den beruflichen Erfolg. Paare, die sich für Kinder entscheiden, sind die größten Abenteurer!

Geschenke von Kinderhand

Kinder sind Gottesgeschenke. Unser Schöpfer übergibt Müttern und Vätern große Verantwortung und traut ihnen zu, dass sie all ihre Energie, Fantasie, Kraft und Liebe in diese Geschenke investieren. Ich denke, für Gott ist jeden Tag Muttertag. Er möchte uns jeden Morgen neu mit all dem beschenken, was wir für den anstehenden Tag und unsere Familien brauchen. Nehmen Sie es an! Liebe Frauen, liebe Mütter, lassen Sie sich von Gott und Ihren Kindern  beschenken, in den Arm nehmen, anlächeln ...

Und dann können sie kommen, die Muttertagsgeschenke. Die Pappblumen mit dem von unsicherer Kinderhand aufgemalten schiefen Lächeln. Die Kerzenbehälter aus Glas, auf denen Glitzersteine, Perlen und undefinierbare Figuren kleben. Die kleinen Gänseblümchensträuße, deren Stiele viel zu kurz sind, um überhaupt das Wasser in einer Vase erreichen zu können. Und die Zeichnungen, die unsere Fantasie reichlich auf die Probe stellen. Solche liebevollen Geschenke toppen den schönsten Blumenstrauß. In diesem Sinne: Genießen Sie den Muttertag!

Elisabeth Büchle ist Mutter von fünf Kindern und Autorin zahlreicher Romane. Dieser Artikel erschien in LYDIA 2/2010.

     

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