Paläste aus Gedanken

Jana Highholder

Heldenhaft erklärt die junge Poetry-Slammerin Jana Highholder in einem Sprachkunstwerk, dass in jeder Frau eine Heldin steckt - weil Gott sie wunderbar gemacht hat.

 

 

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Mit sechzehn Jahren schrieb Jana die ersten Texte über das Leben. Zwei Wochen später nahm sie zum ersten Mal unter dem Künstlernamen Jana Highholder an einem Poetry Slam teil – und wurde prompt Zweite. Ein Portrait über eine junge Frau auf der Suche nach ihrem Talent und dem Vaterherz Gottes.

Sie ist eine Frau, die einen Raum mit ihrer Präsenz ausfüllen kann. Die neidische Blicke anderer Frauen auf sich zieht – nicht nur, weil sie hübsch, intelligent und selbstbewusst ist, sondern weil sie so herrlich sie selbst ist, authentisch, unkompliziert. Jana Highholder ist ein blondgelocktes Energiebündel mit einem strahlenden Lächeln. Doch aus ihr strahlt noch mehr: die Unbeschwertheit der Jugend, ein positiver und offener Geist und die Gewissheit, ein Kind Gottes zu sein. Die 18-Jährige ist ein Überflieger in der Schule. Doch sie wusste lange Zeit nicht um das Talent, das in ihr schlummerte. Heute kann sie nur staunen: „Gott hat an Dingen gearbeitet, für die ich gar nicht gebetet habe.“ Dabei wollte Jana eigentlich nur wissen, was sie gut kann. Und Gott zeigte ihr einen viel größeren Horizont.

Vom Schreiben zum Slammen

Jana Highholder ist Poetry Slammerin. Sie gehört zu jenen Menschen, die eine Leidenschaft dafür besitzen, „Sprachpaläste aus Worten zu bauen“, wie sie sagt. Poetry Slams (deutsch: Dichterwettstreite) sind Veranstaltungen, bei denen selbst geschriebene poetische Texte öffentlich aufgeführt werden. Das Publikum entscheidet, wer in das Finale einzieht und den Slam gewinnt. Ihren ersten Text „Ecken und Kanten“ schreibt und nimmt Jana mitten in der Nacht auf – aufgekratzt von abendlichem Kaffee und einem Gespräch über Talente und Gaben, das sie mit einer Freundin führte.
Der Poetry Slam ist eigentlich eine Männerdomäne. Aber Jana hat Erfolg: Von den ersten zehn Slams hat sie sieben gewonnen, dreimal wurde sie Zweite. So richtig identifizieren kann sie sich mit der absoluten Toleranz der Slammer-Szene allerdings nicht. Denn sie hat ausgeprägte christliche Prinzipien und Werte, für die sie einsteht.

Passt Gott in einen Poetry Slam?

Zunächst thematisiert sie diese Werte in ihren gesellschaftskritischen Texten nicht explizit. Dann ermutigt sie jemand, „ihr Talent auch für Gott einzusetzen“. Geht das? In diesem Umfeld von Gott zu reden und ihm auch nur „annähernd gerecht zu werden“, fragt sie sich. Diese Aufgabe scheint ihr zu groß. Bis sie eines Abends denkt: Jana, es kann nicht sein, dass du über das Leben schreibst, aber nicht über den, von dem das Leben kommt. Ein Gebet und eine Stunde später hat sie den Text „Dein Kind“ verschriftlicht, durch den die christliche Szene auf die damalige Schülerin aufmerksam werden sollte. Ein Video davon wurde zum Hit, mit sechzehn Jahren trug sie ihn vor fünftausend Menschen vor und hat nur ein Jahr nach ihrem ersten Poetry Slam ein Hörbuch mit eigenen Texten veröffentlicht.
Christliche Texte funktionieren nicht sofort beim Poetry Slam, meint Jana. „Man muss sich den Respekt des Publikums erarbeiten“, erklärt sie. „Wenn man gewinnt, wird man als Künstler geschätzt. Dann kann man mit Gott kommen.“

Befähigt und begabt

Egal, in welchem Kontext sie sich befindet: Jana möchte sich von Gott gebrauchen lassen. Ihr geht es nicht darum, bekannt zu werden, sondern den bekannt zu machen, der sie befähigt hat.
Sie konnte sich schon immer gut schreibend ausdrücken – bisher im akademischen Kontext. Neben ihrem Talent für Sprache besitzt sie eine ausgeprägte Reflexionsgabe. Jana denkt nicht in Schwarz-Weiß-Kategorien, gibt sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden und überwindet alteingesessene Gedankengefängnisse mit einem beherzten Hopser. Sie hat etwas zu sagen. Durch ihre offene und selbstbewusste Art ist sie jemand, der ungewollt im Mittelpunkt steht und dem man zuhört. (…)
Schreiben ist für die junge Koblenzerin das Reflektieren von Gesprächen und Denkanstößen. Was sie erlebt, spiegeln ihre Texte wider. Was sie in ihren Texten schreibt, spiegelt wider, woran sie glaubt. Manches davon muss sie selbst noch lernen: „Oft sage ich in meinen Texten Dinge, die gut und richtig sind, die ich selbst aber noch gar nicht richtig leben kann, woran ich noch arbeite.“ (…)

Elisabeth Schoft
Dies ist ein Auszug aus einem Artikel in LYDIA 1/2017.

     

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