Wie Sie effektiv vom Glauben reden und unvergessliche Eindrücke hinterlassen
Elena Schulte
Schnörkel, Verzierungen und verrückte Hingucker sind aus meinem Leben nicht wegzudenken! In unserem Esszimmer haben wir zum Beispiel eine Lampe, die komplett mit funkelnden Kristallen behängt ist.
Eine grüne Rankentapete ziert unser Schlafzimmer. In unserem Büro hängt ein türkisfarbener Druck einer Afrofrau, deren Haare aus Sternen und Eiskristallen bestehen. Und so gibt es in jedem Raum etwas,
das für manche nur ein Staubfänger sein mag, für mich aber die Einmaligkeit und besondere Note unserer Wohnung ausmacht.
Wenn ich mit Menschen über Jesus und den Glauben rede oder Vorträge halte, habe ich einen ähnlichen Anspruch: Ich möchte, dass meine Sprache durch Schnörkel , Verzierungen und Hingucker (bzw. Hinhörer ) einlädt, einen Moment zu verweilen,
interessiert aufzuhorchen und eine Vorstellung von dem zu bekommen, was mir wichtig ist.
Das habe ich von Jesus gelernt. Wenn er mit Menschen zusammen war und über Gott und die Welt lehrte, benutzte er Bilder aus ihrem Umfeld, Gleichnisse aus ihrem Alltag und Geschichten, die es seinen Zuhörern erleichterten, ihm zu folgen und sich seine Worte einzuprägen.
In Matthäus 13,34 lesen wir: Jesus benutzte stets Gleichnisse und Bilder, wenn er zu den Menschen sprach, er sprach nie zu ihnen, ohne solche Vergleiche zu verwenden.
Darum sprach er über verlorene Schafe, wenn ihm Hirten gegenüberstanden; über das Menschenfischen, wenn er es mit Fischern zu tun hatte; über verlorene und wiedergefundene Münzen, wenn Hausfrauen seinen Worten lauschten. Er ließ sich auf sein Gegenüber ein, kannte ihre Welt und nahm sich die nötige Zeit,
um eine Atmosphäre zu schaffen, in der seine Worte auf fruchtbaren Boden fallen konnten.
Wie schade, dass wir heute allzu oft denken, Anekdoten und Bilder hätten nur etwas in der Kinderstunde verloren! Dabei gilt das Gegenteil: Wir besitzen zwei Gehirnhälften. Die linke ist verantwortlich für die Sprache, für rationales Denken, für logisches und analytisches Vorgehen.
Die rechte hingegen ist das Zentrum für alles Bildliche, für unser Vorstellungsvermögen, Fantasie, Intuition und Kreativität. Je älter wir werden, desto mehr zielt alles nur noch auf unsere linke, logische Hirnhälfte ab. Gelingt es mir aber als Redner,
beide Hirnhälften zu aktivieren und somit das ganze Gehirn anzusprechen - nämlich durch Informationen verbunden mit Geschichten, Zitaten, Körpersprache und bildhaftem Reden, eben mit Schnörkeln -, wird sich meine Botschaft viel besser festsetzen, und die Zuhörer können sich besser daran erinnern.
Welche Schnörkel können unsere Sprache bereichern und unser Reden einmalig und eindrucksvoll machen? (...)
Dies ist ein Auszug aus LYDIA 3-2010. Lust auf mehr? Bestellen Sie LYDIA im Dauer- oder Probe-Abonnement.