Barbara von Schnurbein
„Kinder werden immer schwieriger!” – „Jugendkriminalität nimmt zu!” – „Gewaltbereitschaft an Schulen steigt!” In den Zeitungen jagt eine Hiobsbotschaft die nächste. Wo soll das noch hinführen?
Viele Eltern fühlen sich alleingelassen und mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert.
Als Mutter von fünf erwachsenen Kindern kann ich ihre Sorgen verstehen. Trotzdem bin ich überzeugt: Kinder und Jugendliche zu erziehen und fürs Leben fit zu machen, ist eine der schönsten Aufgaben überhaupt! Leicht ist sie nicht.
Gibt es überhaupt allgemeingültige Regeln dafür? Gibt es eine „christliche” Erziehung? Was macht Kinder wirklich stark?
Die meisten Eltern lieben ihre Kinder. Sie wünschen sich, dass diese zu fröhlichen, lebenstüchtigen Menschen heranreifen. Sie bemühen sich, ihre Begabungen zu fördern. Diese ganz natürliche
liebevolle Zuwendung der Eltern ist die beste Voraussetzung für eine gelingende Erziehung.
Ebenso normal ist es, dass Kinder neugierig sind. Dass sie uns Löcher in den Bauch fragen und ständig lernen. Von Geburt an eignen sie sich Wissen an und lernen täglich durch Erfahrung. Wie stolz sind sie auf neue Fähigkeiten!
Diese Freude am Lernen zu erhalten ist wohl eine der schwierigsten Aufgaben von Eltern. Mir half ein afrikanisches Sprichwort: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!”
Kindern etwas zutrauen
Eltern brauchen Geduld, Ausdauer, Vertrauen und Liebe. Kinder brauchen Eltern, die an sie glauben, die mit ihnen fröhlich sind, die ihnen viel zutrauen und auch einiges zumuten. Zum Beispiel können Sie Ihre Kinder bitten,
im Haushalt oder im Garten mitzuhelfen – auch wenn dadurch manches vielleicht länger dauert. In einer solchen Atmosphäre entwickeln Kinder ihre Fähigkeiten.
Wie oft war ich einfach viel zu müde, um diese guten Gedanken praktisch umzusetzen! Oft habe ich gebetet, dass Gott meine Erziehungsfehler ausgleicht und die Kinder unter meinen Fehlern nicht langfristig leiden.
Ich habe mich damit getröstet, dass Kinder ihre Eltern nicht als perfekte Menschen erleben müssen. Ganz wichtig war es mir, jedem Kind zu vermitteln: „Du darfst Fehler machen! Wir Eltern haben dich lieb, unabhängig von deiner Leistung, einfach weil du unser Kind bist.” (...)
Dies ist ein Auszug aus LYDIA 1-2012. Lust auf mehr? Bestellen Sie LYDIA im Dauer- oder Probe-Abonnement.