In guten und in bösen Tagen...
Maja Wolters
"...und verspreche dir die Treue in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit. Ich will dich lieben, achten und ehren, solange ich lebe." Immer wieder bekomme ich eine Gänsehaut, wenn zwei junge Verliebte sich dieses Versprechen geben!
Natürlich weiß man als junger Mensch nicht, was das alles bedeuten kann. Übrigens auch nicht als reifere Frau, die die Lebensmitte bereits hinter sich hat. Denn nur Gott kennt unsere Zukunft im Alter. Natürlich hoffen wir alle, gesund alt zu werden, aber wer garantiert uns das?
Vor mehr als 20 Jahren gab ich meinem Mann dieses Versprechen voller Begeisterung. Als 18-Jährige hatte ich zum christlichen Glauben gefunden und die Partnerwahl bewusst mit Jesus getroffen. Während meines Singlelebens bis 25 wurde mir immer wichtiger, dass ich nicht nur irgendeinen gläubigen Mann heiraten möchte, sondern einen Mann, der mir geistlich vorangeht.
Mir war bewusst, dass sich damit die Auswahl der zur Debatte stehenden Männer deutlich reduzierte. Aber ich traf die Entscheidung: "Herr, entweder du schenkst mir solch einen Partner, oder ich lebe lieber erfüllt als Single."
Einige Jahre später kam die Überraschung: Ein Pastor, den ich schon immer sehr geschätzt hatte, fragte mich, ob ich mir eine Zukunft mit ihm vorstellen könne. Bis heute erinnere ich mich an das Hochgefühl, das ich damals empfand, und an meine Gedanken: "Gott ist so treu, er legt Wünsche in unser Herz, aber er erfüllt sie auch, wenn wir darauf warten."
Burn-out und Depression
Es folgten bewegte Jahre der Familiengründung, immer begleitet von der emsigen Arbeit im Reich Gottes. Da in meinem Herzen der Wunsch brannte, Gottes Reich zu bauen, konnte ich diese Doppelbelastung gut ertragen. Aber dann kam ein Einbruch, den ich nie für möglich gehalten hätte. Mein Mann erlebte einen Burn-out. Weil wir die Anzeichen dafür lange ignoriert hatten, war er bereits an solch einem Tiefpunkt, dass sein Körper streikte. Er hatte alle möglichen körperlichen Symptome und Ausfälle, obwohl alle ärztlichen Untersuchungen ergaben, dass ihm körperlich nichts fehlte.
Mein Mann fiel in eine schwere Depression, und - was das Schlimmste für mich war - er verlor seine Liebe zum Reich Gottes. Nachdem er ausfiel, war ich zunächst sehr damit beschäftigt, den Alltag unserer großen Familie aufrechtzuhalten. Außerdem betete und glaubte ich, wie viele andere liebe Menschen auch, dass dies nur eine kurze Phase sein würde. Aber es vergingen Jahre ohne eine bemerkenswerte Veränderung. (...)
Dies ist ein Auszug aus LYDIA 1-2010. Lust auf mehr? Bestellen Sie LYDIA im Dauer- oder Probe-Abonnement.