Editorial
Elisabeth Mittelstädt
„Was soll ich nur tun?”, fragte ich meine Freundin, als ich vor einer schwierigen Entscheidung stand. Sie war älter und weiser als ich. Sicher würde sie mir helfen können.
„Folge deinem Herzen”, war ihre schlichte Antwort. Meinem Herzen? Aber woher sollte ich wissen, dass mein Herz mich nicht auf einen falschen Weg führen würde?
Da fiel mir die Geschichte einer Mutter ein, die mit ihrer kleinen Tochter zum Kinderarzt ging. Der Arzt untersuchte zuerst ihre Ohren und fragte: „Meinst du, ich finde Biene Maja da drin?” Als er den Herzschlag kontrollierte,
fragte er: „Meinst du, Snoopy ist hier drinnen?” „Nein”, antwortete die Kleine prompt. „In meinem Herzen wohnt Jesus. Snoopy ist nur auf meiner Unterhose!”
Sie hatte recht. Wenn wir Jesus im Glauben annehmen, kommt er in unser Herz, um darin zu wohnen. Mehr noch: Gott verspricht, uns ein neues Herz zu geben, das bereit und fähig ist, auf ihn zu hören.
Es ist mein sehnlicher Wunsch, ein weiches, zugängliches Herz zu haben! Ein Herz, das sich von Gottes Geist leiten lässt. Aber wie kann ich lernen, in meinem Herzen zu hören, was er von mir möchte?
Es ist schon einige Jahre her, dass ich diesen Lernprozess begonnen habe. Als junge Frau entschied ich mich, morgens Zeit mit meinem himmlischen Vater zu verbringen. Heute bin ich überzeugt: Dieser Wunsch hat mein Leben verändert.
Ich habe gelernt, besser hinzuhören und seine Stimme zu erkennen.
Wie ich diese Zeit am Morgen liebe! Besonders, wenn er durch sein Wort zu meinem Herzen spricht! Oft fühle ich mich dann den ganzen Tag erfrischt. Manchmal lenkt er meine Aufmerksamkeit auch auf etwas, das ich sonst vielleicht nicht bemerkt
oder nicht beachtet hätte. Und öfter mache ich die Erfahrung: Wenn ich morgens auf ihn höre, sind meine Schritte während des Tages geordneter. Ja, wir können unserem Herzen vertrauen, weil wir dem vertrauen können, der darin wohnt und zu uns redet.
Die schönste Belohnung meiner täglichen Zeit mit Gott ist: Mein Herz und sein Herz werden immer mehr eins & Sie schlagen gemeinsam. Und ich wünsche mir sehr, einen gesunden, starken geistlichen Puls zu haben, damit das Leben ungehindert durch mich
hindurchfließen kann.
Ab und zu passiert es, dass ich nicht richtig hinhöre und versuche, eine Abkürzung zu nehmen. Aber Gott lenkt mich sanft auf den richtigen Weg zurück, sodass er seinen Plan in meinem Leben erfüllen kann.
Außerdem habe ich mir angewöhnt, mein Herz regelmäßig von ihm prüfen zu lassen. Oft bete ich: „Erforsche mich, Gott, und erkenne, was in meinem Herzen ist! Prüfe mich und erkenne meine Gedanken!” Dann zeigt er mir vielleicht Angst oder Besorgnis.
„Das will ich nicht in meinem Herzen haben”, sage ich zu ihm. „Bitte hilf mir damit!” Und er gibt mir Vertrauen statt Angst, Frieden statt Besorgnis. Er ist ein ausgezeichneter Herz-Spezialist!
Auf den folgenden Seiten werden Sie entdecken, wie Gott sogar gebrochene Herzen heilt und seelische Wunden verbindet. Er liebt es, uns mit neuer Freude und Hoffnung zu erfüllen. Denn eines ist gewiss: Er hat einen guten Plan für unsere Zukunft.
Nehmen wir uns in diesem Jahr Zeit, ihn besser kennenzulernen, seine Stimme zu hören und ihn von ganzem Herzen zu lieben!
Und wenn Sie vor Entscheidungen stehen? Dann folgen Sie Ihrem Herzen – und bitten Sie Gott, es zu lenken.
Dies ist ein Auszug aus LYDIA 1-2012. Lust auf mehr? Bestellen Sie LYDIA im Dauer- oder Probe-Abonnement.