Interview mit Schweizer Profi-Snowboarderin Fränzi Mägert-Kohli
Die Berge sind ihr Arbeitsplatz. Schnee ist ihr Element. Gott ihr Rückenwind: Die Schweizer Profi-Snowboarderin Fränzi Mägert-Kohli
sieht ihren Beruf als Berufung und liebt es, für Wettkämpfe um die Welt zu reisen.
Dabei geht es der vielfachen Medaillengewinnerin um mehr als Olympia-Gold und WM-Titel. „Niederlagen machen mich stark”, glaubt die 29-Jährige, die neben ihren Siegen schon einige Tiefen im Sport erlebt hat.
Sie sieht den Wettkampf als Lebensschule und ermutigt Menschen, nicht aufzugeben und Gott ihre Zukunft anzuvertrauen. Über wahre Gewinner und warum am Ende die Liebe siegt ...
Liebe Fränzi, Sie sind Profi-Snowboarderin. Schneebedeckte Berge in aller Welt sind Ihr Arbeitsplatz. Wie kam es dazu?
Mein Vorbild war der Schweizer Profi-Snowboarder Ueli Kestenholz. Den habe ich für die Schülerzeitung interviewt, nachdem er bei den Olympischen Spielen Gold gewonnen hatte. Außerdem stand ich lange am Pistenrand und sah den Profi-Snowboardern zu. Das weckte in mir den Traum: Ich möchte auch Profi-Snowboarderin werden! Heute toure ich tatsächlich mit einigen dieser Sportler im Team, denen ich damals auf der Piste zugeschaut habe.
Ihr Traum wurde also wahr! Sie sind Christ. Empfinden Sie Ihren Beruf auch als Berufung von Gott?
Ja. Ich glaube, sonst wäre dieser Wunsch gar nicht in mir entstanden. Weil ich seinen Weg gehen will, habe ich auch oft gebetet: „Ist das der richtige Weg? Wenn nicht, dann mach bitte alle Türen zu!” Aber immer mehr Türen öffneten sich! Außerdem habe ich Freude an dem, was ich tue. Ich glaube, das ist auch ein Zeichen dafür, dass ich am richtigen Platz bin. Wenn es nicht meine Berufung wäre, hätte ich weniger Freude. Außerdem kann ich, weil ich bis zur Weltspitze gekommen bin, mit anderen Sportlern über Gott sprechen. Viele Sportler sind sehr auf sich fixiert. Aber wenn die Sportkarriere zu Ende ist, fragen sie sich: „Was jetzt?” Da entwickeln sich gute Gespräche.
Sie haben einmal gesagt: „Sport ist meine Lebensschule.” Was meinen Sie damit?
Der Wettkampf ist meine Lebensschule. Denn er fordert und fördert den Willen durchzuhalten, nicht so leicht aufzugeben. Als Wettkampfsportlerin entwickle ich den gesunden Ehrgeiz, mein Bestes zu geben, um zu gewinnen, und immer wieder meine Grenzen zu testen und zu überwinden. Ich muss mit sehr vielen verschiedenen Situationen umgehen können – auch mit Niederlagen und Durststrecken, wenn es eine lange Zeit nicht vorwärtsgeht. Wettkampf ist auch eine Schule, weil wir im Team arbeiten: Es ist eine Herausforderung, gemeinsam unterwegs zu sein und dabei aufeinander zu achten, obwohl jeder gewinnen will. Viele im Sport sind Egoisten! (lacht). Da gibt es viel zu lernen. Mal Verlierer zu sein und dann wieder Gewinner zu sein.
Was heißt es für Sie, gut zu verlieren, oder auch gut zu gewinnen?
Fair zu sein! Egal, wie ein Rennen ausgeht: Am Ziel gebe ich der Gegnerin die Hand. Entweder ich gratuliere ihr als Gewinnerin, oder ich sage ihr etwas Nettes, wenn ich gewonnen habe – was natürlich viel einfacher ist. Jeder Sportler kennt beides. Für mich ist es auch wichtig, bei Erfolg auf dem Boden zu bleiben und ihn mit anderen zu teilen. Denn Erfolg ist ein Geschenk Gottes. Aber ich habe mir angewöhnt, Gott immer zu danken, egal wie ein Rennen ausgeht – für die Siege und auch bei Niederlagen. Er hat immer Dank verdient.
Wie lässt sich das auf den Alltag außerhalb des Sports übertragen – Niederlagen gut einzustecken?
(...)
Dies ist ein Auszug aus LYDIA 1-2012. Lust auf mehr? Bestellen Sie LYDIA im Dauer- oder Probe-Abonnement.